Samstag, 5. September 2015

Münster Marathon 2015 - Der Tag vor dem Tag X

Dieses Mal ist es ganz anders. Ich habe mich nicht 8-12 Wochenlang akribisch an einen Trainingsplan gehalten. Nein, bis vor 3 Wochen hatte ich noch nicht einmal vor in Münster zu starten.
Oktober 2012 bis Oktober 2014 habe ich an einer hartnäckigen Schleimbeutelentzündung an der rechten Ferse laboriert. Nach anfänglicher Besserung bin ich im Oktober 2013 sogar noch einen Marathon auf Mallorca gelaufen. Das war keine gute Idee, denn der Winter darauf war wieder von Schmerzen gezeichnet. Seit etwa einem Jahr bin ich alle Probleme los. Ich habe mich mit kurzen Dauerläufen langsam wieder fit gemacht. Ergänzend hierzu habe ich mehrfach die Woche Krafttraining mit eigenem Körpergewicht gemacht, habe lange Radausfahrten gemacht und war sogar gelegentlich mal schwimmen (was ich nicht besonders mag). In der kurzen verbleibenden Zeit habe ich natürlich versucht meinen Körper auf die kommende Belastung vorzubereiten. Dazu gehörten Dauerläufe bis zu 3 Stunden, Tempo und Intervalläufe. Wobei ich es bei einer schnellen Einheit die Woche belassen habe, da ich gemerkt habe, dass mein Körper zurzeit etwas länger braucht um die Trainingsreize zu verarbeiten.
Statistik Trainingskilometer Okt 2014 bis Aug 2015 (Screenshot Garmin Connect)

Im Vergleich mit den Marathonvorbereitungen der letzten Jahre habe ich nur ca. 2/3 der Kilometerumfänge trainiert. Entsprechend groß sind die Bedenken, dass die Muskulatur während des Rennens vorzeitig schlapp macht. Großen Respekt habe ich auch vor Verletzungen an Sehnen und Bändern durch die große Belastung bei einem schnellen Rennen auf dieser Distanz.


Ganz ehrlich: Ganz Schmerzfrei gehe ich dann doch nicht ins Rennen. Am Mittwoch Nachmittag wurde ich von einer Serie von Wadenkrämpfen heimgesucht. Die merke ich heute noch, nach etwas Auflockern lassen sich die Beine aber gut bewegen. Und am Linken Bein habe ich einen leichten Druckschmerz an der Achillessehne. Vielleicht ist es aber auch nicht die Sehne, sondern die von den Krämpfen gereizte Muskulatur darum. Nach dem Lauf morgen gilt es also einige Tage komplett auf´s Laufen zu verzichten.
Jetzt haben mich viele Bekannte gefragt, was ich mir vorgenommen habe. Ich antwortete darauf "gesund bleiben". Ja, das ist kein Scherz. Das möchte ich. Aber ich gehe auch nicht an den Start um einen Trainingsmarathon zu laufen. Bei den letzten langen Trainingsläufen bin ich ein Tempo von 5:00 bis 5:15 Min/KM gelaufen, was einer Marathonzielzeit von 3:31:00 bis 3:41:30 entspricht, würde man denn in diesem Tempo 42,195 KM laufen. Bei einer Pace von 4:35 Min/KM würde ich noch unter 3:15:00 landen und bei eine Pace von 4:30 Min/KM noch unter 3 Std. 10 Min. Meine Bestzeit aus 2012 liegt übrigens bei 2:57:06, was einer Pace von ca. 4:11 Min/KM entspricht. Tja, davon fühle ich mich weit entfernt. Was wirklich geht, weiß ich nicht und ich werde einfach nach Gefühl laufen. Mit noch weiteren 4-6 Wochen Training wäre ich mir sicher die 3 Std. Marke erneut angreifen zu können. Ich glaube schon, dass ich morgen unter 3 Std. 15 bleibe, wenn es keine Überraschungen gibt (sintflutartige Regenfälle, orkanartige Böen, Krämpfe o.ä.). Ich werde daher bewusst vorsichtig anlaufen und das Tempo behutsam steigern. Und wer weiß was dann rauskommt?

Ich bin seit einigen Jahren als Marathon-Mentor für den Münster Marathon tätig. Meine Aufgabe ist es als Multiplikator für Wichtige Informationen zu dienen und eine Gruppe von Läufern gezielt auf diesen einen Tag, den 6. September 2015 vorzubereiten. Die Trainingsläufe lassen gut ins Vereinstraining integrieren. Mein Verein, der LT Bittermark Dortmund, ist auf Marathon spezialisiert. Fast jedes aktive Mitglied hat schon einen oder mehrere Marathons gelaufen. Von dem vorhandenen Know-how profitieren die Marathon Novizen sehr.

Läuferweisheit

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