Sonntag, 24. August 2014

Sind Extremsportler einsam oder einfach nur glücklich?

Lesetipp: Spiegel-Interview mit Anne-Marie Flammersfeld:
Berglauf auf Gran Canaria. Foto: Thoms

Die erfolgreiche Extremsportlerin berichtet über ihre Erfolge und ihre Beweggründe. Über das, was sie stark macht und wie sie mit Niederlagen umgeht und ob Extremsportler einsam sind.

Wenn aus Laufen Leidenschaft wird und diese Leidenschaft zur Lebensaufgabe, dann bleiben zwangsläufig andere Dinge auf der Strecke. Außenstehende fragen dann schon mal "wovor läufst Du weg?". Auch mir wurde einmal diese Frage gestellt. Anne-Marie Flammersfeld beantwortet diese Frage elegant mit "ich laufe vor nichts weg, ich laufe auf etwas zu".

Laufen befreit, motiviert und schafft Perspektiven. Oft hat man beim oder nach dem Laufen eine völlig neue Sicht auf die Dinge. Wenn ich in der Natur unterwegs bin, bin ich oft sehr glücklich. Dabei fällt mir auf, dass ich bis auf meine Laufsachen und vielleicht einen Rucksack mit Wasser, etwas Proviant und/oder ein GPS Gerät dabei habe. Es ist für mich daher offensichtlich, dass es nicht die tollen technischen Gimmicks oder Statussymbole sind, die uns glücklich machen. Zu leugnen, dass die Versuchung groß ist sich mit überflüssigen Schnick-Schnack einzudecken ist zwecklos. Ganz ohne technisches "Spielzeug" komme ich nicht aus. Muss ich auch nicht. Mein Glück finde ich aber draußen. Deshalb versuche ich auch täglich raus zu kommen.

Laufen kann auch neue Verbindungen schaffen. Es wäre fatal zu behaupten, Laufen mach einsam. Der Anschluss an eine Laufgruppe schafft auf einem Sprung etliche neue Kontakte. Daraus können neue Freundschaften entstehen.

Schließlich ist auch der gesundheitliche Aspekt nicht zu unterschätzen. In unserer "Wohlstandsgesellschaft" sind die Menschen häufig viel zu dick. Sie bewegen sich zu wenig und ernähren sich falsch. Da schafft Laufen Abhilfe. Die positiven Auswirkungen des Laufens auf die Gesundheit sind ausreichend bewiesen und lasse sich problemlos am eigenen Leib erleben.

Aber kommen wir zurück auf das Thema Extremläufer. Extremläufer sind zweifellos häufiger unterwegs als der gemeine Hobbysportler. Das oft auch an ungewöhnlichen Orten, mit besonderen Herausforderungen und zu ungewöhnlichen Zeiten. Das Training findet dann zum großen Teil alleine statt. Ist das schlecht? Wenn das Alleinsein kein Ende nimmt und nicht darauf achtet seine Freundschaften zu pflegen, kann das schon mal ein Problem werden. Wenn aber die Mischung stimmt, sind die "Ausflüge" gute Gelegenheiten um den Kopf frei zu kriege und Probleme oder knifflige Aufgaben zu lösen. Dafür muss man tatsächlich nicht zwangsläufig am Schreibtisch sitzen. Im Gegenteil. Mit etwas Abstand vom eigentlichen Problem finden sich oft ganz neue Lösungsansätze. Stress, der vorher vorhanden war, löst sich meist von selbst auf.


Läuferweisheit

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