Dienstag, 8. Juli 2014

Die Zeit heilt alle Wunden

Lange Dauerläufe sind wichtig für die Grundlagenausdauer. Und ist die Grundlage gut, ist auch der wichtigste Baustein für schnelle Ausdauerläufe gelegt. Tempointervalle sollten nur einen sehr kleinen Anteil am Training ausmachen. Sie bringen Würze, einen weiteren Trainingsreiz. Zu viele Tempoläufe machen jedoch mittelfristig schlapp. Der Trainingseffekt kehrt sich ins negative um.

Ich habe vier Wochen Laufpause hinter mir. Ein weiterer Versuch die chronische Entzündung des Schleimbeutels an der rechten Ferse in den Griff zu bekommen. Dauerläufe reizten die Ferse immer wieder, ich bekomme das einfach nicht in den Griff. Ein einfacher 20 KM Lauf nach der Pause brachte die Ernüchterung - es ist noch nicht ausgestanden. Wie lange so etwas dauern kann? Die ersten Überlastungserscheinungen traten vor ca. 2 Jahren auf...




Dann erinnerte ich mich an das letzte Jahr. Auch da habe ich viel ausprobiert. Ich habe pausiert, dann schließlich sogar auf einen Herbstmarathon trainiert. Ich erinnerte mich, dass die Ferse hauptsächlich nach lockeren Dauerläufen schmerzte, Tempodauerläufe und insbesondere das Intervalltraining schien mir nichts auszumachen.

Das wollte ich genauer wissen. Ich schnürte die Schuhe und ab ging es auf die Tartan-Bahn. 5x800 Meter Intervalle in 0:02:55 bis 0:03:00, das ist ein Pace von etwa 3:40-3:45 Min/KM. Nach einer so langen Laufpause reichte das auch wirklich. Und was passierte? Es fühlte sich großartig an. Am nächsten Tag wiederholte ich das Training - wieder nichts. Okay, die Waden grüßten danach mit einem kräftigen "hallo". Für mich ein schönes Gefühl etwas getan zu haben. Man(n) quält sich ja gerne ;-).

Dabei sollte doch gerade das Intervalltraining besonders belastend sein. Fakt ist aber, beim Intervalltraining ist meine ganze Aufmerksamkeit dem Laufen gewidmet. Der Rhythmus, die Atmung, der Fußaufsatz. Und dieser ist bei höherem Tempo anders, als beim lockeren Dauerlauf. Okay, wenn wir jetzt annehmen die Überlastung kommt tatsächlich von den Unmengen an Trainingskilometern im ständig gleichen Tempo dann kann ein intensives Intervalltraining tatsächlich eine "willkommene Abwechslung" für den Bewegungsapparat sein.

Gestern war ich beim MRT um für die weitere Therapie eine ggf. notwendige OP auszuschließen (Verdacht auf Haglund Ferse). Dies wurde nämlich schon in 2010 an meinem linken Fuß diagnostiziert und dann operativ entfernt - ein langer Heilungsprozess... Dann kam die Erleichterung: Der Verdacht hat sich nicht bestätigt. Die Knochen zeigen zwar noch Überlastungserscheinungen. Diese können durch eine Chronische Fehlbelastung, aber auch durch ein Trauma, z. B. einen harten Sturz/Aufprall, entstehen. Der behandelnde Arzt tippt auf zweites. Nur kann ich mich an kein einschneidendes Ereignis in den letzten 2 Jahren erinnern... Bänder und Sehnen sind ebenfalls intakt. Der Knochen braucht wohl insgesamt ca. 3 Monate bis er vollständig ausgeheilt ist. Einen davon habe ich ja schon hinter mich gebracht. Mit leichtem Lauftraining darf und soll ich weitermachen. Lange Dauerläufe von 25 oder gar 35 KM werde ich vorübergehend vollständig von meinem Training streichen. Ob sich der angegriffene Schleimbeutel an der rechten Ferse auch vollständig erholt, wird sich dann zeigen. Diesen notfalls doch zu entfernen würde allerdings einen verhältnismäßig kleinen Eingriff bedeuten.


Läuferweisheit

Läuferweisheit