Dienstag, 17. Juni 2014

Ultramarathonlauf: TorTour de Ruhr 2014

Für manche ist Marathon laufen noch lange nicht genug. Bei der TorTour de Ruhr starteten am 7. Juni 2014 circa 80 Läufer bei einem Ultra Marathon der besonderen Art. Die Tortour der Ruhr ist Deutschlands längster Nonstop-Lauf. Für die Strecke von Winterberg bis zur Rhein-Ruhr-Mündung in Duisburg folgten die Teilnehmer dem Ruhrtal Radweg. Das sind immerhin 230 KM. Für die Strecke hatten die Teilnehmer maximal 38 Stunden Zeit. Weitere Disziplinen waren die 100 Meilen (160 KM) und ein 100 KM Lauf.

Die Sieger der 230km sind erneut Peter Kaminsky (27:19h) und Ricarda Bethke (32:30h - Streckenrekord). Bei den 100 Meilen gewinnen Alois Wimmer (18:56h) und Betty Mecking (26:58h). Den Sieg beim Bambinilauf über 100km holen sich Rainer König (8:59h - Streckenrekord) und Nathalie Homberger (11:25h).

Die fünfte Ausgabe der TorTour de Ruhr war zugleich die heißeste. Rund die Hälfte der Teilnehmer mussten sich bereits am ersten Tag der Hitze geschlagen geben.

Die Leistung, die an diesem Wochenende zu vollbringen war, ist schier unvorstellbar. Ich frage mich, was einen Läufer eigentlich dazu treibt diese Herausforderung anzunehmen. Und was ist nötig, um diese dann auch zu meistern?

Diese Frage stellt sich auch der Sportpsychologe Michele Ufer. In einer exklusiven Studie geht er genau diesen Fragen nach. Bei verschiedenen Ultra-Marathon-Läufen werden den Teilnehmern Fragebögen ausgehändigt, die Aufschluss über das mentale Profil eines Ultra-Marathonläufers geben sollen. Im Idealfall, so Ufer, lassen sich daraus neue Erkenntnisse zu "mentaler Stärke" gewinnen. Diese Erkenntnisse verwendet Ufer bei seinen Coachings und macht seine Kunden erfolgreicher. Egal ob im Sport, im Beruf, oder im Privatleben.

Ich begleitete zusammen mit meinen Lauffreunden Jens Meyer und Thomas Lein die erfahrene Ultralangstreckenläuferin Ricarda Bethke als Teammitglied und durfte Zeuge von Ihrem Sieg und dem Streckenrekord (Frauen) in "nur" 32:30h werden.

Langstreckenläufe dieser Art haben ihren ganz besonderen Reiz und ihre eigenen Herausforderungen. Das Durchschnittstempo war relativ langsam. Zwischendurch durfte ruhig gegangen werden. An den Verpflegungsstellen ruhten sich die Läufer kurz aus und gelegentlich wurden ihnen die Beine massiert. Kurze Schlafpausen von einigen Minuten gehörten ebenfalls dazu. Als Fahrradbegleitung hatten wir immer das Nötigste am Mann. Wasser, Gels und andere "Leckereien". Eine der wichtigsten Aufgaben als Begleitperson war die ständige Motivation des Läufers. Insbesondere die lange Nacht machte nicht nur müde Beine, sondern war auch für den Kopf eine große Herausforderung. 

Auf den 230 KM begleiteten wir Ricarda ständig zu Fuß, per Rad und mit dem Auto. So konnten wir sicherstellen, dass Ricarda stets bestens versorgt war. 
Schlaf haben auch wir Begleiter nur wenig bekommen. Thomas hatte die Gelegenheit sich zwischen 2:00 Uhr und 4:00 Uhr morgens hinzulegen, ich legte mich von 5:30 Uhr 6:30 Uhr hin - auf dem Fahrersitz unseres Begleitfahrzeugs. Da wir zu dritt waren, hatte Jens den Luxus sich in der Nacht etwas länger hinlegen zu können. Das war gleichzeitig unser Rettungsanker, falls einer von uns beiden Anderen schlapp machen sollte.

Rückblickend muss ich sagen, die Tortour de Ruhr war für alle ein großes Abenteuer. Wir hatten viel Spaß, lernten neue Leute kennen, trafen alte Bekannte wieder und lernten was es heißt durchzuhalten. 

Wenn ihr mehr über die Tortour de Ruhr erfahren wollt, schaut doch einfach mal auf die Veranstalterseite: http://www.tortourderuhr.de


Verpflegungspunkt bei KM 130: "nur" noch 100 KM

Verpflegungspunkt bei KM 130

3 Uhr Morgens, 10 Minuten Pause...

Morgens lief es wieder rund

Am Wasser ist es doch am Schönsten (Hier in Essen)

Verpflegungspunkt bei KM 207. Irre!

Noch 15 KM bis zum Ziel. Die Beine müssen noch mal gelockert werden.



Im Ziel: Ricarda Bethke (2. v. L.) mit ihrem Team: Thomas Lein, Jens Meyer und Heiko Thoms


Läuferweisheit

Läuferweisheit