Samstag, 26. April 2014

Trailrunning in Hohenlimburg

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Wo gehen wir nicht überall laufen, nur um neue Landschaften zu entdecken oder neue Herausforderungen zu suchen. Dabei liegt das Glück wie so oft direkt vor der Tür.



Insidern ist es längst bekannt. Dortmund ist nicht flach. Jedenfalls nicht im Süden. Sonst hätten in Dortmund wohl kaum die "Trailrunning Worldmasters" 2009 und 2010 stattgefunden. Was südlich von Dortmund liegt, ist das Sauerland. Das dieses nicht flach ist, ist auch nicht eingeweihten bekannt.

Nun lud mich mein Lauffreund Thomas ein und zeigte mir sein ehemaliges Laufrevier Hohenlimburg. "Hier findest Du zwar keine 1.000 Meter Berge, aber das hier ist auch nicht schlecht" schwärmt er. Und recht hat er. Steile Anstiege, schmale Trails und tolle Ausblicke. Alles, was man so für den Trainingsalltag braucht. Ja, es gibt immer wieder was zu entdecken. Und dafür müssen wir nicht einmal weit fahren.

Ausgangspunkt für unsere Tour war übrigens das Schloss Hohenlimburg. Direkt am Schloss sind auch Parkmöglichkeiten.

Aufgepasst: Ich habe mir doch glatt eine Zecke eingefangen. Sucht Euch also gründlich ab!





Realistische Ziele setzen

Nur wer sich die richtigen Ziele setzt, wird mit seinem Sport glücklich.

Der Traum von Millionen Läufern ist es, den Marathon einmal unter 3 Stunden zu laufen, oder einen 10 KM Wettkampf unter 40 Minuten. Trotzdem gelingt es vielen von ihnen nicht.


Schrittweise verbessert:

Ich beim Mallorca Marathon 2011, nicht unter 3, aber stolz und glücklich!

Start Ruhrmarathon 2007, erstmals unter 4 Std.
Start Hamburg Marathon 2008, erstmals unter 3:30 Std


Mein 29. Marathon: In Wien hat es 2012 endlich geklappt. Never give up!

Nicht immer ist das falsche Training schuld an der Misere. Manchmal mangelt es einfach am Talent. Einen Faktor, den man mit viel Fleiß im gewissen Rahmen kompensieren kann. Aber das hat seine Grenzen.

Die richtige Trainingssteuerung, das richtige Material, eine gehörige Portion Motivation, das sind die maßgeblichen Faktoren. Natürlich sollte der Athlet gesund und die Ziele realistisch sein.

Woran aber erkennt man ob ein Läufer talentiert ist?
Vergleicht man eine Gruppe Sportler die aktuell den gleichen Leistungsstand haben und trainiert man diese Gruppe gleich, dann wird man feststellen, dass der eine Sportler schneller Fortschritte macht als der Andere. Der Sportler, der mehr Fortschritte macht, hat mehr Talent. Im Grunde ist es eigentlich ganz einfach.

Um seine Motivation langfristig erhalten zu können ist es daher notwendig Seine Ziele realistisch zu setzen. Und dabei sollte man sich nicht davon beeinflussen lassen, was Andere bereits erreicht haben, oder erreichen wollen. Ziele sind ein nicht zu unterschätzender Faktor, der uns dazu bringt uns zu bewegen. Und das sogar dann, wenn es in Strömen regnet.

In erster Linie ist Sport gesund und soll Spaß machen. Hierfür ist es glücklicherweise nur wenig entscheidend, welche Zeit auf einer Urkunde steht. Nicht umsonst verzichten viele Sportler ganz auf Wettkämpfe. Und wer schon einmal einen Wettkampf gelaufen ist, und vielleicht selbst nicht sehr schnell ist, der wird festgestellt haben, dass direkt vor ihm jemand ist, an den er sich festhalten kann. Diesen einen Läufer lässt er nicht aus den Augen. Ihn vielleicht noch zu überholen, dass ist das Größte! Wen interessiert da noch, wer um den ersten Platz kämpft?

Wie kann sich ein Läufer dennoch motivieren?

  • Man macht den Sport "für sich“
  • Man bekommt "den Kopf frei"
  • Der allgemeine Fitness Zustand wird verbessert 
  • Man fühlt sich wohler 
  • Man verabredet sich mit Freunden 
  • Man verbessert sich 
  • Man setzt Ziele realistisch
  • Man ist stolz auf das was man erreicht hat 

Es gibt also keinen vernünftigen Grund, warum man nicht laufen gehen sollte, nur weil man trotz allem Einsatz nicht die selben Resultate erzielt, wie andere Läufer.

Ich kenne viele Genussläufer. Einige davon waren sogar einmal sehr schnelle Läufer. Viele von ihnen laufen heute immer noch viel, vielleicht sogar noch mehr als früher. Aber Heute laufen sie mit mehr Leidenschaft. Sie machen Fotos und schreiben Berichte. Auch das motiviert Sie selbst und selbstverständlich auch andere Läufer. Wäre es nicht schade, wenn es diese Läufer nicht geben würde?

Was macht einen guten Läufer aus?
Wann ist man eigentlich ein guter Läufer? Wer bestimmt das? Ist es ein Läufer, der eine bestimmte Strecke in einer bestimmten Zeit läuft? Ist es ein Läufer, der über viele Jahre verletzungsfrei bleibt? Ist es ein Läufer, der zwar nicht sehr schnell ist, aber über Berge durch Wüste und Schnee läuft? Ich sage euch etwas: Diese Frage sollte jeder für sich selbst beantworten.

Meine drei wichtigsten Trainingsregeln:

  1. Kontinuität im Training
  2. Gute Grundlagenausdauer durch höhere Umfänge im wirklich ruhigem Tempo
  3. Differenziertes Tempotraining: Ganz lang und langsam, sowie kurz und schnell. Nicht immer "mittelmäßig"

Freitag, 11. April 2014

Trainingslager Mallorca 4/2014

Beim Schwimmtraining
Dem kalten Deutschland entkommen und trainieren in der Sonne. Zugegeben, bei den Temperaturen, die am 2. April bei uns herrschten, viel es mir schon fast schwer in den Flieger zu steigen und meine Heimat gegen die Urlaubsinsel Mallorca einzutauschen. Die Einladung vom "Tri Team Selm" konnte ich dennoch nicht ausschlagen. Im Nachhinein hat sich die Entscheidung als goldrichtig erwiesen.
Ein Flug um 5 Uhr Morgens ab Paderborn - das bedeutete Abfahrt von Dortmund um 1:30 Uhr. An Schlafen war da nicht zu denken. Eingecheckt um 3 Uhr morgens, einen Kaffee in der Flughafenhalle getrunken und dann ging es recht unspektakulär mit der Air Berlin zum Flughafen in Palma de Mallorca. Es war zum Zeitpunkt der Landung gerade am dämmern. Weiter ging es mit dem Bus zum Hotel "Ferrer Janiero" in Can Pincafort.
Nach einem kurzen Frühstück um 10 Uhr wurden die Räder beim Fahrradriesen "Max Hürzeler" ausgeliehen. Die Rennräder zeigten sich allesamt in hervorragender Qualität. Und so ging es um 14 Uhr zur ersten Radeinheit. 75 KM, incl. einen als "Schweineberg" bekannten Hügel. Der zeigte gleich, dass das hier ein Trainingsurlaub ist. Ich als Rennrad-Neuling hatte ganz schön daran zu knacken und war froh, dass die Gruppe oben auf mich wartete, so wie ich auf den Rest der Truppe wartete, der noch etwas mehr am Berg zu knacken hatte. Es wurde einander auf- und angepasst.
Das Training wurde mit einem lockeren 5 KM Dauerlauf beendet.

Das Training der 8 Tage:
Mi, 2.4. 63 Km Rad, 5 km Laufen
Do 3.4. 20 KM Laufen, 50 Km Rad
Fr 4.4. 85 Km Rad, 5 Km Laufen, 30 Min Kraftraum, 200 Meter Schwimmen
Sa 5.4. 76 Km Rad, 13 Km Laufen, 1000 Meter Schwimmen
So 6.4. 85 Km Rad, 5km laufen, 1000 Meter schwimmen
Mo 7.4. 75 Km Rad, 23km Laufen
Di 8.5. 40 Min Kraftraum, 85km Rad, 1000 Meter Schwimmen
Mi 9.5. 20 Min Kraftraum, 17 Km laufen, 500 Meter Schwimmen
Am Trainingspensum sieht man schon, dass ich mich mit dem Schwimmen eher weniger anfreunden kann. Aber um ein bisschen Abwechslung im Training zu haben, wollte ich mir die Chance auf ein beheiztes Sportbecken nicht gänzlich nehmen lassen.
Mit den starken "Iron-Männern" Martin und Claudia konnte ich beim Radfahren nicht mithalten. Als ich das am zweiten Tag nach einer längeren Steigung mit schmerzender Muskulatur erfahren musste, orientierte ich mich neu. Zum Glück war unsere Trainingsgruppe groß genug, dass ich passende Trainingspartner finden konnte. Ich setzte fortan auf etwas ruhigere Ausfahrten. Meine Beinmuskulatur muss sich erst vom Laufen auf das Radfahren umstellen. Man glaubt es nicht, aber es werden doch wesentlich unterschiedliche Muskelgruppen für diese Sportarten benutzt. Das merkte ich auch daran, dass mir nach den langen Radausflügen die Laufeinheiten nicht sonderlich schwer fielen, wenngleich ich auch diese im eher moderaten Tempo ausführte.

Das Hotel:
Das Hotel Ferrer Janeiro in Can Pincafort war zum Reisezeitpunkt fast ausschließlich durch Triathleten belegt. Die Verpflegung war entsprechend abwechslungsreich und qualitativ hochwertig.
Eine direkte Strandlage hatte das Hotel nicht (Entfernung ca. 200 Meter). Das musste auch nicht sein, denn wir waren meist mit dem Rad oder zum Laufen unterwegs. Die Liegeplätze reichten aber für das spätnachmittagliche Sonnenbad aus, da die anderen Sportler ebenfalls wenig Zeit am Pool verbrachten.
Das Hotel verfügte über einen kleinen Badepool und ein Sportbecken. Die Bahnen für das Sportbecken konnten und sollten reserviert werden. Besonders in den Morgenstunden bis teilweise in den Mittag herrschte hier reger Betrieb. 
Es gab ferner ein ausreichend gut ausgestattet und gepflegtes Fitnesscenter, welches ich selbst dreimal vor dem Frühstück nutzte. Ein Wellness und Spa Bereich rundete das Angebot ab. Die Sauna durfte jedoch nur in bestimmten Bereichen unbekleidet betreten werden, ansonsten in Badehose/Bikini.
Das Publikum bestand, wie bereits erwähnt, im Reisezeitraum fast ausschließlich aus ambitionierten Triathleten. Auch einige Profis waren am hier zum Trainieren. 
Die Zimmer: Die Zimmer waren ausreichend groß und komfortabel eingerichet. M. E. besitzt jedes Zimmer einen Balkon. Einige Zimmer liegen jedoch zur Straßenseite. Dafür liegen die Zimmer mit Poolblick im Schatten. Ein Trocknen der Kleidung ist auf den Balkonen mit Schattenlage nicht möglich gewesen. Im Kellergeschoss gab es aber eine Waschmaschine und einen Trockner.
Lage: Zwischen Alcudia und Cala Ratjada ist der Ort Can Picafort etwas abgeschlagen. Es gibt eine Strandpromenade mit einigen Cafés. Für Ruhesuchende oder Sportliebende ist der Ort richtig. Für einen Familien oder Badeurlaub ist er nur bedingt geeignet. Da bietet die Insel an anderen Orten mehr.
Am Ende der ca. 2,5 KM langen Strandpromenade grenzen Naturschutzgebiete. Besonders schön ist es im Norden heraus, leider ist das angrenzende Naturschutzgebiet mit Sand, Wurzeln und Pinien nach nur 3 KM durchlaufen. Einen Rundkurs gibt es dort nicht. Ein Einziger Weg führt hindurch. Wer es noch etwas weiter schafft, der kommt, nachdem er etwa 1 KM entlang der Hauptstraße gelaufen ist links in das Naturschutzgebiet Alcudia. Hier schlug mein Läuferherz höher. In einem Moor konnten hunderte Vögel beobachtet werden. Meine Laufeinheit war so sehr schön und abwechslungsreich.

Fazit: Das Hotel ist für einen Sporturlaub sehr gut geeignet. Es ist zeitgemäß ausgestattet, u. a. mit kostenlosem W-LAN im Bereich der Rezeption. Die Verpflegung war für mein Begreifen sehr gut und abwechslungsreich. Für Familien ist das Hotel wegen der relativ wenigen Liegeplätze und der fehlenden Strandlage und der fehlenden Animation nicht zu empfehlen.


Die erste Trainingsausfahrt

Blick vom Zimmerbalkon

Port de Alcudia

Cap de Formentor, 1. Plattform (der m. E. schönste Ausblick)

Am Leuchtturm des Cap de Formentor

Leuchtturm Cap de Formentor

Belohnung nach der anstrengenden Tour - Stärkung für die anstehende Laufeinheit

Das Bierchen am Abend darf auch bei Sportlern nicht fehlen - Ein Stück Urlaub


Läuferweisheit

Läuferweisheit