Sonntag, 2. Februar 2014

Let´s go Running - Kahler Asten Steig und Großer Saukopf

Ein Landschaftslauf vom feinsten. 32 KM und 1.000 Höhenmeter waren angesagt. 30 cm Neuschnee kamen in der Nacht zum Samstag hinzu. Zu Dritt machten wir uns auf den Weg ins Hochsauerland. Wir, das sind Jens Meyer, Thomas Lein und ich, Heiko Thoms.


Von Dortmund nach Langewiese, ein Vorort von Winterberg und unser Startpunkt, waren es ca. 120 KM. Nach rund 90 KM Fahrt konnten wir uns nicht vorstellen, dass uns tatsächlich Schnee erwartet. Das Thermometer zeigte +8 Grad. Doch auf den letzten Kilometern zeigten erst die Bergspitzen ihre weißen Gipfel, dann wurde es auch um uns herum weiß.

WINTERWONDERLAND!
In einer Nebenstraße fanden wir problemlos einen Stellplatz für unseren PKW. Der Wind pfiff um die Nase. Es war kalt und wir standen knöcheltief im Schnee. Zur Stärkung aßen wir noch schnell einen Schokomuffin. Hiervon hatte meine Freundin reichlich gebacken, denn eigentlich wollten wir mit mehr Leuten unterwegs sein. Da 24 Muffins für 3 Personen doch zu viel sind, habe ich gleich welche an nette Typen aus Warendorf verschenkt, die direkt hinter uns parkten und zum "Kite-Boarden" hergekommen waren. Ich wusste gar nicht, dass es das gibt.


Trotz des eisigen Windes entschied ich mich für "nur" drei dünne Schichten. Ein Unterhemd, ein T-Shirt und eine Laufjacke. Mütze und Handschuhe sorgten dann für eine erträgliches Gefühl. Die Schuhwahl viel auf einen Brooks Cascadia. Der relativ schwere Trailschuh leistete auf diesem "langsamen" Lauf gute Dienste. Nach wenigen Kilometern war auch der Körper auf Temperatur und jegliches Kältegefühl war verflogen.




 
 










Die Strecke:
  • Start in Langewiese
  • südlich eine Runde über "großer Saukopf" (WP0)
  • zurück zum Ausgangspunkt Langewiese (mit Kaffee und Kuchen stärken) (WP1)
  • Westlich um den Hömberg
  • Vorbei an der Skihütte Westfeld (Café - Restaurant mit Möglichkeit zum Einkehren, Skischule) (WP2)
  • Weiter Richtung Osten über den "Hinterster hoher Knochen" bis zur "Wetterstation Kahler Asten" (WP3)
  • Vorbei an der Lennequelle (WP4)
  • zurück westlich über den "Vorderster hoher Knochen" (WP5), von dort aus südlich halten zurück zum Ausgangspunkt Langewiese



Aufgrund diverser unfreiwilliger Streckenverlängerungen, das Ablaufen eines GPS Tracks ist in Wirklichkeit gar nicht so einfach, ließen wir den "Vorderster hoher Knochen" aus und wählten einen direkteren Weg nach Langewiese. Wir kamen so trotzdem auf die gewünschten >30 KM und unter den erschwerten Bedingungen heute war das wirklich genug.



Ein Lauf in einer anderen Welt
Ich laufe zwar bei Wind und Wetter. Zugegeben, wenn ich die Wahl habe, meide ich den Schnee lieber. Heute aber sind wir extra weit gefahren, nicht wegen, aber trotz dem Schnee.
Da wir uns im Hochsauerland bewegen und der Name "Kahler Asten" jedem Skifahrer ein Begriff ist, erklärt es sich wohl von selbst, dass wir einige Höhenmeter zu überwinden hatten. Und das ist anstrengend - ohne Schnee. Mit Schnee zieht es einem die Schuhe aus. Wenn Du die Steigungen nicht mehr laufen kannst, gehst Du sie normaler Weise. Bei dem tiefen Schnee hatte ich aber das Gefühl, dass das Gehen noch anspruchsvoller für die Waden ist, als das Laufen. Also liefen wir die Steigungen wo es nur ging.
Gut, dass meine GPS Uhr akkubedingt den Geist aufgegeben hat. So machte ich mir keinen Kopf über das wohl unglaublich langsame Tempo. Warum sollte Tempo auch eine Rolle spielen, wenn die Herausforderung heißt "überhaupt laufen"?
Das macht auch den Charme des Trailrunnings aus. Das gelaufene Tempo tritt in den Hintergrund. Es kommen auf den Läufer ganz andere Herausforderungen zu. Und sei es "nur" die Orientierung im unbekannten Gelände.
Wir hatten bereits 2,5 Stunden und 20 KM hinter uns, da trafen wir auf eine Läuferin, die sich ganz alleine den Weg durch den Schnee suchte. Christine aus Porta-Westfalica hatte weder Wasser noch GPS dabei. Mit einer Karte ausgestattet wollte sie ein, zwei Stunden laufen, während sich ihre Freundinnen auf der Skipiste vergnügten. Aber Christine macht das aus einem ganz bestimmten Grund: Im März will sie den berühmten Hermannslauf im Teutoburger Wald laufen. Christine schloss sich unserer kleinen Gruppe an und lief eine gute Stunde mit uns. Schnell fanden wir Gesprächsthemen, denn auch Thomas und ich wollen am Hermannslauf teilnehmen. Da wir beide den Lauf schon zweimal gelaufen sind, konnte wir Christine ein paar Tipps mit auf den Weg geben. Gemeinsam erklimmen wir den kahlen Asten, danach brachten wir Christine wieder auf den richtigen Weg in Richtung ihres Hotels. Wir waren begeistert und beeindruckt von Christine. Gerne darf sie sich wieder bei uns anschließen. Vielleicht ergibt sich das ja noch mal. Eine Einladung zum LT Bittermark "Ruhrklippenlauf" wird sie noch erhalten ;-).
Auch für uns drei hieß es jetzt nun schnell zurück zum Ausgangspunkt. Dafür schlug Jens einen Weg querfeldein vor. Na ja, Weg ist zuviel gesagt. Eigentlich war da nichts. Aber das sah man wegen des hohen Schnees ja nicht. Dafür sprangen uns aber ein Reh und Hasen über den Weg. An Laufen war bergauf jetzt nicht mehr zu denken. So waren wir alle nicht böse nach rund 4 Stunden zurück am Auto zu sein, in trockene Sachen zu schlüpfen und uns mit einem Haufen Muffins vollzustopfen ehe es nach Hause ging.

Der Tag danach
Es ist erstaunlich, aber ich habe keinen Muskelkater. Obwohl ich gestern doch am Ende meiner Kräfte war, hat die Muskulatur den Tag ohne Probleme überstanden. Vielleicht ist Trailrunning ja die gesündere Art zu laufen?



 





 

 

 



Läuferweisheit

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