Sonntag, 26. Januar 2014

Gran Canaria Marathon 2014 - Marcel ist ihn gelaufen

"Ich habe mich für den Gran Canaria Marathon angemeldet" klingt es noch in meinem Ohr nach. LT Bittermark Vereinskamerad Marcel Zöllner, zweifellos ein sehr ehrgeiziger und talentierter Läufer, ist, was die Planung seiner Läufe angeht, eher spontan. Fremdes Land? Kein Problem! Fremde Sprache? Kein Problem. Den Flieger so buchen, dass er erst zwei Stunden vor dem Marathonstart landet? Sicher! Warum Zeit vergeuden?
Marcel lief den Marathon auf Gran Canaria. Er lief ihn ohne Startnummer und irrte nach dem Lauf noch Stunden umher. Wo hatte er nur den Mietwagen abgestellt? Als wir am Nachmittag telefonierten wusste ich nicht ob ich lachen oder ihn bedauern sollte. Marcel saß gerade erst im Auto. Ich tat von beidem etwas.
Nachdem das Flugzeug gelandet war, suchte Marcel sofort die Autovermietung auf. Er hatte nur ein Ziel: Der Gran Canaria Marathon, auf den er sich seit Wochen gefreut hat. Mit Saus und Braus raste Marcel in Richtung Startbereich. Einige Straßen waren bereits abgesperrt. Einen Parkplatz zu finden war gar nicht mal so einfach. Huch, eine Parklücke! Hinein!
Die Suche nach dem Wettkampfbüro und der Ausgabestelle der Startnummern sollte sich als ein unlösbares Problem darstellen. Niemand konnte oder wollte Marcel weiterhelfen. Und das Marcel kein Spanisch sprach, war ein weiteres Problem. Letztendlich erfuhr Marcel, dass die Startnummernausgabe am anderen Ende der Stadt war. Schnell begriff er, dass er sich entscheiden musste. "Ich hatte nun die Wahl ohne Startnummer zu laufen, oder mich auf den Weg zur Nummernausgabe zu machen - und den Start zu verpassen". Selbstverständlich blieb nüchtern betrachtet nur die erste Alternative.
Während des Laufens haperte es an der Wasserversorgung. "Ich musste die anschreien, damit ich einen halben Becher Wasser bekam. Ich bin fast krepiert", fluchte Marcel. Wenn man aus dem kalten Deutschland kommt und bei 23 Grad im Schatten läuft, schwitzt man wie irre. Es fehlt an der Akklimatisierungszeit. Ich selbst kenne das von meinen Urlaubsläufen.
Schade, dass es so gelaufen ist. Beachtlich, dass Marcel mit 3 Stunden und 40 Minuten eine den Umständen entsprechend gute Zeit hingelegt hat. Damit lag er nur 10 Minuten unter seiner bisherigen Marathonbestzeit.
Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht. Go, Marcel, go!

Läuferweisheit

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