Montag, 7. Oktober 2013

TRAILDORADO - Das 24h Trailrunning (Party-) Event des Jahres!


Ein neues Konzept. Geht das auf? TRAILDORADO überrascht die Läuferwelt mit einem nie da gewesenen Konzept. Ein 24 Stunden Traillauf, garniert mit einem exquisiten Vortrags- und Workshopprogramm, hielt am vergangenen Wochenende rund 60 Läufer aus mehreren Nationen wach.


Das gab es noch nie! Ein 24 Stunden Lauf, bei dem man wirklich von "lohnenden" Pausen sprechen konnten. Denn vor, während und nach dem Lauf konnten die Teilnehmer nahezu ununterbrochen an hochkarätigen Vorträge teilnehmen, wie den von Niels Brüchert-Pastor über seinen Alleingang bei der Besteigung des Elbrus, Europas höchsten Berg, oder dem Vortrag von Markus Flick über das heißeste Rennen der Welt, den Badwater 135. Auch die Praxisworkshops von Max Manroth über verletzungsfreies Barfußlaufen oder dem Outdoor Koordinations- und Krafttraining von Heiko Thoms sind bei den Läufern gut angekommen.

Die Läufer durchliefen dabei einen ca. 3,8 KM langen Rundkurs, der über teils schmale und anspruchsvolle Pfade immer wieder am "Basecamp", dem Naturfreundehaus am Ebberg in Schwerte vorbei führte.
Vortrag über Elbrus Besteigung von Niels Brüchert-Pastor (Foto: H. Thoms)

Dirk Wolf (LT Bittermark Dortmund) über gesundheitliche Aspekte des Ausdauertrainings (Foto: H. Thoms)
Praxis-Workshop "Outdoor Koordinations- und Krafttraining" von Heiko Thoms
... abgerundet mit ein paart Tipps und Übungen zur Lauftechnik
Die Krönung des Rahmenprogramms fand jedoch schon einen Tag vor dem eigentlichen Event statt. Mit der Weltpremiere ihres Films "Marathon at Mount Everest" präsentierten Michele Ufer und Tobias Meinken bisher nie gezeigt Bilder vom höchsten Berg der Welt, dem langen Weg dorthin und von einem der wohl spektakulärsten Läufen der Welt.



Bei soviel Rahmenprogramm ist das Laufen dann wohl Nebensache. Weit gefehlt! Unbeirrt machten sich etwa 60 Läuferinnen und Läufer auf den Weg um "zu neuen Horizonten" zu laufen. Auch "Anfänger" waren dabei, die in ihrem Leben nie weiter als 10 oder 20 KM gelaufen sind. Der 19-jährige Sebastian Krauss, der bislang erst einmal einen Halbmarathon gelaufen ist, lief an diesem Wochenende bei Tag und bei Nacht und erreichte dabei verblüffende 84 Kilometer. Und das obwohl die Strecke selbst von den erfahrenen Trailläufern als sehr anspruchsvoll bezeichnet wurde. Wahnsinn!

Gewonnen hat der Niederländer Dennis van der Stroom mit 162 KM. Weiter kam nur die Männer-Staffel "Tri-Corps Warstein" mit insgesamt 219 KM. Beste Frau war Elke Link-Holtermann mit 142 KM.

Das Konzept "24 Stunden Lauf" scheint in den Köpfen vieler Einsteiger und Nicht-Läufer noch nicht angekommen zu sein. Da habe ich doch gleich eine Anekdote zu erzählen:
Mich fragte eine Läuferin "Bei TRAILDORADO, der ersten 24h Trailrunningparty Deutschlands, gibt es da auch eine Zeitmessung?" Ich ging kurz in mich, um nicht gleich laut loszulachen. Dann platzte es aber aus mir heraus: "Ja, 24 Stunden". Dann nahm ich die Läuferin in den Arm und beschwichtigte "natürlich zählen wir auch die Runden". Du kannst Pause machen, soviel Du willst. Gezählt wird, was Du am Ende in den 24 Stunden gelaufen bist. Ich bin mir sicher, ihre Frage hatte sie auch so gemeint :-).
Dennis von der Stroom war von Anfang an mein persönlicher Favorit, auch wenn der Sieg niemals sicher war - und auch gar nicht beabsichtigt. Schon früh am Abend, ich machte gerade meine Streckenaufsicht, traf ich Dennis im Wald. Ich dachte seine Lampe wäre aus, dann sah ich aber, dass seine Lampe noch ein wenig, aber eben fast nicht wahrnehmbar, leuchtete. Dennis bemerkte das gar nicht. Erst als ich meine Stirnlampe im Vergleich anmachte, staunte er. Ihm war die Dunkelheit gar nicht aufgefallen. Auch hatte Dennis keine Ersatzbatterien dabei. Er will halt nur ein bisschen Laufen. Seine Augen hätten sich an die Dunkelheit gewöhnt und ihm macht das nichts. Wie weit er kommen möchte? Das konnte er selbst nicht beurteilen, er läuft einfach so lange er möchte.  Das spätere Ergebnis habe ich ja vorweg genommen.

Der spätere Sieger Dennis Van der Stroom - Ca. 7 Uhr morgens (Foto: H. Thoms)

Für das Laufen in der Nacht hat sich das TRAILDORADO-Team etwas ganz besonderes einfallen lassen. Etwa 500 Knicklichter und Lampignons zierten die Strecke.
Thoms: "Als wir die Strecke nach der Markierungsrunde selbst einmal abliefen, wurde es an einer langen Geraden im zwischenzeitlich stockdunklen Wald sehr ruhig. <<Alle Stirnlampen aus!>> riefen wir gleichzeigtig. Und dann sahen wir diese bunte Gasse, die uns den Weg leuchtete. Wow!"
Kaum waren wir zurück am "Basecamp" kamen uns schon die strahlenden Augen der Läufer entgegen. Mit der Idee (Danke an Burcin hierfür) haben wir einen Volltreffer gelandet! 
Natürlich liefen nur wenige Teilnehmer die ganzen 24 Stunden durch. Die meisten nutzten die Gelegenheit sich im Basecamp für kleines Geld ein Bett zu reservieren. Bequemer geht es kaum. Und da die Wege zum Bett oder, den sanitären Einrichtungen und der Küche gar nicht kürzer sein konnten, waren selbst die Begleitpersonen Feuer und Flamme.

"Irre" Typen unter diesen Trailrunnern. Stell Dir vor, Du bist nachts im Wald und Dir begenet ein Vickinger!

Stephan Klein (CaBaNauTen) erreichte 84 KM und Rang 20 (Foto: H. Thoms)

Was die Teilnehmer lobten:
  • Die Helfer
  • Die Verpflegung
  • Die tolle, abwechslungsreiche Strecke
  • Die Stimmung
  • Die entspannte Atmosphäre
Natürlich ist nicht alles glatt gelaufen. Hiervon hat aber keiner etwas bemerkt. Zum Beispiel konnte aus technischen Gründen das extra eingekaufte TRAILDORADO-Startlied nicht zum Startschuss fallen. Auch hatten wir einen, wenn auch zum Glück nur sehr kurzen, Stromausfall. Und wir mussten viel improvisieren, denn viele Sachen sind uns, wir haben das ja noch nie gemacht, erst aufgefallen, als das Problem schon da war. Dank den Organisationstalenten Michele und Burcin und der Hilfe des besten TRAILDORADO-Teams aller Zeiten konnten wir aber alle Hindernisse meistern.

Hier eines der vielen Feedbacks, die uns erreichten:
Mit ein paar Stunden Abstand zum 1. Traildorado im Ardeygebirge möchte ich kurz dazu sagen, dass es für mich ein unbeschreiblich schönes und auch hilfreiches Event war. Von Beginn bis Ende, von Freitag bis Sonntag, war es ein rundum gelungenes Lauf-Familienevent. Ich habe viele tolle und interessante Menschen kennengelernt, die in ihren Vorträgen und persönlichen Gesprächen zwischendurch nicht nur das Laufen an sich "rüber gebracht" haben, nein, es war viel mehr als das. Das waren pure Emotionen, der Spirit of Life, Gefühle, Einblicke in verschiedene Welten. Einfach grandios, mitreißend, mitfühlend. Mir hat es super gut getan und ich komme sehr sehr gerne nächstes Jahr wieder.
Wir vom TRAILDORADO-Team sind total gerührt von der Resonanz und können gar nicht anders, als dieses "einmalige" Event zu wiederholen. TRAILDORADO wird es also auch im nächsten Jahr wieder geben!



Fotostrecke von Heiko Thoms:






















 Auszug aus der Ergebnisliste:


NrNameVornameVereinKMSex







1100  4er-Staffel*Tri-Corps Warstein219,906Staffel
128van der StroomDennis162,036Männer
241NiederhoferStefanTuS Breckerfeld150,462Männer
326MinnebuschDirkMarathon Steinfurt142,746Männer


140Link-HoltermannElkeTuS Breckerfeld142,746Frauen
218LaschkeUlrike123,456Frauen
316PrommesbergerYvonne119,598Frauen

Alle Ergebnisse gibt es auf www.traildorado.com

---
Das Video auf der WDR Lokalzeit zeigt, wie Ivonne Prommesberger Traildorado erlebt hat: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus-dortmund/videolaufenrundumdieuhr100_size-L.html?autostart=true#banner
---

Noch ein paar persönliche Worte von mir:


Mein persönliches Herzblut steckte ebenso wie das vom Veranstalter Michele Ufer und seiner Frau Burcin Ufer in diesem Projekt. Denn wie die Dinge so spielten, war ich plötzlich und unbemerkt bei der Geburtsstunde von Traildorado dabei. Das war so ende 2012. Damals spukte in Micheles Kopf noch "so eine Idee". Inzwischen weiß ich, dass man vorsichtig sein muss, wenn man sich Micheles Ideen anhört. Das kann nämlich sehr lange dauern und ebenso schnell wir unbemerkt verbindlich werden. In diesem Mann steckt ein kleines (oder großes) Genie. Traildorado ist in Micheles Kopf entstanden und zwar binnen Minuten. Dann hat es noch Monate gedauert, bis er alle seine Ideen auch in Worte fassen konnte. Immer wieder haben er, Burcin und ich uns getroffen, damit er seine Ideen mit uns teilen konnte. Optimismus und Motivation, das sind die Dinge, die ich dabei von Michele gelernt habe. Nur weil Andere sagen "Das geht nicht", oder "dann hätte es doch schon ein anderer gemacht" heißt nicht, dass es nicht funktioniert, ist Michele´s Philosophie.

Was mir persönlich an diesem Event gefallen hat:
  • Alle Teilnehmer hatten Spaß und waren zufrieden
  • Alle Team Mitglieder waren zufrieden
  • Wir haben wirklich eine PARTY gefeirt. Am Verpflegungsstand wurde die ganze Nacht gelacht und getanzt
  • Alle Teilnehmer hatten ganz spannenden Geschichten zu erzählen, die man nicht bei den Vorträgen, sondern auch auf der Laufstrecke oder am Verpflegungsstand genießen konnte.
  • Nicht ein Läufer war im Stress, keine schaute auf die Uhr und wollte unbedingt am weitesten kommen.

Ich bin froh und stolz ein Teil dieses Projektes zu sein und bin, sofern es meine Zeit irgendwie erlaubt, auch im nächsten Jahr wieder dabei! Ich glaube, da spreche ich auch im Namen des restlichen Teams, welches sich kompromisslos eingebracht hatte und sogar die Stellung hielt, als wir eine kurze Schlafpause einlegen mussten.

Euer Heiko :-)

Läuferweisheit

Läuferweisheit