Dienstag, 22. Oktober 2013

Mallorca Marathon 2013 - Der schönste Inselmarathon der Welt

Das Schöne am Marathon Palma de Mallorca ist, dass er sich wunderbar mit dem Jahresurlaub verbinden lässt. Die sommerlichen Temperaruren um die 26 Grad und meistens sonnig erlauben schöne Strandtage. Beim Wandern ist allerdings ein klein wenig Proviant und ein reichlicher Wasservorrat Pflicht.
So verbrachte ich dieses Jahr zum vierten Mal meinen Urlaub auf Mallorca. Der Marathon am Ende der schönen Tage ist das Sahnehäubchen. Immer dabei ist meine Freundin Katrin, die mich im Laufe der Jahre immer lieber bei meinen läuferischen Eskapaden unterstützt. Das musste hier einfach mal lobend erwähnt werden. 

(Heiko Thoms und Jens Meyer v. l.)
Mir ist der Laufsport wichtig. Laufen ist zur Lebensaufgabe geworden. Eine Leidenschaft, die zwar manchmal Leiden schafft, aber die einem unter dem Strich zu einem besseren, reicheren Leben verhilft. Nein, gemeint sind keine finanziellen Reichtümer. Es sind diese herrlichen Trainingsläufe in der freien Natur. Das ist mein Zuhause, das ist mein Garten. Und Ihr seid alle herzlich eingeladen mich dort zu begleiten.

Da wäre noch der soziale Aspekt. laufen verbindet. So lernt man plötzlich auf der Marathonmesse ein nettes Paar kennen, wie Robert und Karin. Der Zufall wollte es so, dass unsere Hotels in El Arenal nur wenige hundert Meter auseinander liegen und wir uns so immer wieder über den Weg liefen, was für viele tolle Gespräche sorgte.

Oder unser "Partnerverein" SUS Oberaden, wo man mich sofort abwerben wollte. Nicht wegen meiner ganz akzeptablen Marathonzeit von 3:04:30 und einen hervorragenden 44. Platz (gesamt), sondern wegen meiner Feierqualitäten, die ich auf der After-Race-Party in der Mega-Arena unter Beweis stellte.

Da wäre auch noch das nette Wiedersehen mit meinen Freund und Trainigspartner Jens Meyer und seiner Frau Rabea. In diesem Jahr hatten wir wegen unterschiedlicher Projekte leider nur wenig Gelegenheit uns mal zu sehen. Umso schöner, dass wir einen Tag, gemeinsam mit unseren Frauen, am malerischen Strand der Buch Cala Lombards verbringen durften.

Jens vor der Kathedrale La Seu
Geinsam wurde dann auch der Marathon gelaufen. Also die gleiche Veranstaltung, aber jeder für sich. Denn entgegen meiner Form, die dann doch nicht der erwarten entsprach, räumte Jens richtig ab. Ihm schienen die hohen Temperaturen nichts auszumachen und so lief er zur persönlichen Bestform auf. Nach nur 2 Stunden und 50 Minuten überquerte er als 11. gesamt und 2. schnellster Deutscher die Ziellinie. Der Spaß am Laufen stand für uns dennoch im Vordergrund und so klatschten wir mit einem breiten Grinsen ab, als sich unsere Wege im Hafen oder der Altstadt von Palma kreuzten. 

Der Lauf gestaltete sich in diesem Jahr äußerst kurzweilig. Zu abwechslungsreich ist die Strecke. Das Highlight ist mit Sicherheit der etwa 10 KM lange Streckenabschnitt durch die Altstadt Palmas. Der Kurs führte vorbei an den schönsten Plätzen Palmas, ganz vorne dabei die Kathedrale la Seu. Schwierig, da recht langweilig, waren die Kilometer 20 bis 30. Diese führten über Verkehrsstraßen parallel der Küste entlang bis zum Wendepunkt, der direkt vor der bekannten "Schinkenstraße" lag. Hier tönten die Massen. Es hat Spaß gemacht sich feiern zu lassen. Schließlich waren ab hier noch gut 12 Kilometer entlang der fantastischen Küste zu überwinden. Das gab noch einmal Kraft für weitere Kilometer. Mich sollte die Kraft allerdings verlassen. Schon auf den ersten Kilometern merkte ich, dass ich meine antrainierte Form nicht abrufen kann. An eine 2 an erster Stelle der Zielzeit war nicht mehr zu denken. Zwar passte der Schnitt bei Kilometer 30 noch, ich habe auf der ersten Hälfte aber einfach zu viele Körner gelassen. Der Kopf spielte auch nicht mehr mit. Ob es nun an den hohen Temperaturen lag, oder an der heftigen Erkältung der Vorwoche, die ich mit einem beachtlichen Tablettencocktail bekämpft habe, sei dahingestellt. Der Gesundheit zu Liebe brach ich das Renntempo ab um den Puls erstmals seit Beginn des Rennens auf das für mich angemessene Marathonniveau zu senken. Den Lauf ünerhaupt zu beenden war fortan das erklärte Ziel. Und dieses erreichte ich dann gute 5 Minuten später als geplant. Positiv dabei ist jedoch, dass ich wieder so viel Kraft tankte, um mich auf den letzten Metern richtig feiern zu lassen. Zeige beim Zieleinlauf Begeisterung und das Publikum flippt aus! Genial!

Anders als bei anderen Laufveranstaltungen wird das Wasser beim Marathon Palma de Mallorca nicht aus Pappbechern, sondern aus 250 ml Wasserflaschen gereicht. Das vereinfacht das Trinken. Viele Läufer nehmen sich die Flasche auch ein paar Kilometer mit auf den Weg. Ich nahm jeweils nur einen kleinen Schluck aus der Flasche und kühlte Kopf, Nacken und Arme mit dem Rest. So muss der Körper weniger Schweiß produzieren, was die Kräfte schont.
Die Verpflegungsstände waren leider in unregelmäßigen Abständen aufgebaut und wurden auch nicht, wie meist üblich, vorher durch Hinweisschilder angekündigt. Das erschwerte das richtige Timing für die Einnahme der Energie-Gels. Das Laufen mit der Wasserflasche   in der einen, dem Gel in der anderen Hand, erwies sich als kräftezehrend. Üblicherweise nehme ich die 2 Gels kurz vor den Verpflegungsständen bei den Kilometern 23 und 33 ein. Das Wasser ist dringend nötig um die klebrig Masse herunterzuspülen. 

Das war es aber auch schon mit dem Meckern. Die Teilnehmerzahl erreichte einen neuen Rekordstand und auch die Zuschauer standen in für Mallorca ungewöhnlicher Anzahl und mit nie dagewesener Begeisterung am Streckenrand. So macht Laufen Spaß!

Regeneriert wurde nach dem Lauf mit einem kühlen Bier am Strand von El Arenal und einer anschließenden Riesenpizza bei den "12 Aposteln". hier kam es auch zu einem freudigen Wiedersehen mit "Maschine" einem coolen Typ, der zuvor im Steakhaus "Tango" auf Höhe des Balenario 4 arbeitete, wo ich ihn dieses Jahr vermisste. 

Bis auf den kleinen Wehrmutstropfen wegen der nicht erreichten Wunschzeit war dies mal wieder ein wunderbarer Tag in meinem Leben, den ich nicht missen möchte. Aber was sind bei diesen Emotionen eine verfehlte Zielzeit? Wir laufen doch zum Spaß!

In diesem Sinne: "Let's go Running!"


1 Kommentare:

Das Pulsmesser hat gesagt…

So schnell wie du war ich zwar nicht, aber dafür bin ich auch bei km 30 eingebrochen.

Die Wasserversorgung über Flaschen fand ich auch wesentlich besser als in Bechern. Da die Verpflegungspunkte aller 3 km angeordnet waren, habe ich das rechtzeitige Zünden der Gels einigermaßen hinbekommen.

Was ich sonst noch erlebte, steht hier: http://daspulsmesser.blogspot.de/2013/11/mallorca-marathon-2013.html

Viele Grüße,
Das Pulsmesser

Läuferweisheit

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