Sonntag, 8. Juli 2012

Salomon 4 Trails 4.-7. Juli 2012 - *Run, Eat, Sleep*




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Über 150 Kilometer und ca. 10.000 Höhenmeter waren an den 4 Tagen vom 4.-7.Juli zu überwinden. Bereits nach einigen Kilometern auf der ersten Etappe von Garmisch nach Ehrwald wurde mir klar: Hier wird nicht viel gelaufen! Die steilen (Ski-) Hänge forderten schon beim strammen Gehen das Äußerste von uns. Und Bergablaufen ist ab einem gewissen Gefälle auch kein Vergnügen mehr. In der ersten Nacht machten sich die Oberschenkelmuskeln bemerkbar. Zu groß war die Belastung durch die ständige Bremsarbeit, die sie leisten mussten. Einfach "laufen lassen" wäre auch keine Alternative gewesen. Wie schnell sollte man bergab werden? Und wir reden hier nicht über glatte Asphaltpisten. In jedem Augenblick hieß es die Konzentration auf die nächsten Meter zu richten, wenn einem die Gesundheit am Herzen liegt. Erstaunlicher Weise wurden die Muskelbeschwerden von Tag zu Tag (gefühlt) geringer. Jedenfalls in der Nacht. Nach dem Start am nächsten Morgen meldeten sie sich aber pünktlich zurück. Die Schmerzen legten sich aber nach einigen Minuten wieder, sobald die Muskulatur auf Betriebstemperatur war.

Wettermäßig waren wir auf das Schlimmste vorbereitet. Dauerregen und Gewitter waren für diese Woche angesagt. Tatsächlich sah sich der Veranstalter "Plan B" gezwungen, die Route am zweiten Tag kurzfristig zu ändern. Am Abend beim Briefing wurden wir noch einmal eindringlich auf die Gefahren und das richtige Verhalten bei Gewitter in den Bergen hingewiesen. Zieht ein Gewitter auf, heißt es schleunigst runter vom Berg und in einer Hütte, einem Waldstück oder wo anders Unterschlupf suchen. Im Zweifel heißt das, ein Stück zurück zu laufen.

Sponsoring von Pearl Izumi und O-Motion
Wenigstens waren wir kleidungsmäßig hervorragend ausgestattet worden. Pearl Izumi unterstützte uns mit Kleidung für warmes, kaltes und nasses Wetter, sowie 2 Paar Trailschuhe. Dazu kamen gleich mehrere Paar Kompressionssocken, die O-Motion sponserte. Die Freude war riesengroß als Jens nicht nur mit der Nachricht des Sponsorings, sondern auch mit einem megamäßigen Karton Laufsachen ankam. Sofort probierten wir die Kleidung an und unsere Frauen waren der Meinung, so gut gekleidet dürften sie uns nicht aus dem Haus lassen. Die schicken Sachen machten auch auf der Strecke Eindruck. Insbesondere die Schuhe gefielen, denn wir wurden mehrfach darauf angesprochen.
Die Sachen haben sich in den Alpen bestens bewährt. Den echten Härtetest mussten sie trotz Schneefelder auf den Höhen von über 2.500 Metern ü. N.N. nicht antreten. Wir blieben wie durch ein Wunder von dem Unwetter verschont. Lediglich am ersten Abend leistete die Regenjacke gute Dienste um trocken von der Pastaparty zum Hotel zu kommen.
Den Härtetest unterzogen wir der Jacke dann 1 Woche später bei einem Traillauf in der Eifel (siehe "Unterwegs mit dem Trail Magazin"). Hier brachen die gesamten Wassermassen gebündelt auf uns herein, von denen wir bei den 4Trails noch verschont blieben. Dem Regen konnten wir trotzen, die Jacke erfüllte ihren Zweck hervorragend und blieb dabei immer gut zu tragen. Ich würde sagen, hier hat Pearl Izumi ein vernünftiges Verhältnis von Gewicht und Funktion geschaffen - bei einem tollen Design.

Auch wenn die Muskeln streikten, Krämpfe hatten wir beide die ganzen 4 Tage keine. Zur Prävention trugen wir während des Laufs und Nachts die Kompressionssocken von O-Motion. Das Tragen der Socken in der Nacht hat zweierlei Vorteile. Erstens dient die Kompression nach dem Lauf der Regeneration, zweitens sind die Socken so am nächsten Tag weicher und Blasen haben keine Chance. Aua, wenn ich da so manche Füße gesehen habe...


Welche Rolle spielt eigentlich die Zeit bei solch einem Event?
Wertet man die gelaufene Zeit aus, klingt ein Pace von 7-12 Minuten je Kilometer nach Schneckentempo. Hier wurde uns aber alles abverlangt...
Welche Rolle die gelaufene Zeit für den Einzelnen bedeutet, muss jeder selbst entscheiden. Für mich war von Anfang an klar, dass das Event als solches im Mittelpunkt steht. Überhaupt ankommen, das war die Herausforderung. Dabei gesund bleiben, fantastische Eindrücke sammeln und nette Leute kennenlernen. So gesehen waren die 4Trails 2012 für mich persönlich ein wirklicher Erfolg. Dem schließt sich auch Jens an, wenngleich er aufgrund seiner Bergstärke hier (auch) die sportliche Herausforderung suchte. Unter den Top20 zu laufen, ist schon ein Wort! Verblüfft war ich nur, als Jens mir zeigte, dass auch er noch unzählige Bilder während des Laufens gemacht hat.

Die etwas andere "Grad-Wanderung"

Jens und Heiko am ersten Abend

Fantastischer Ausblick

Mit Sport-Physio Claudio, der eine Etappe "ausprobierte"

Anspruchsvolle Downhills



































Eine Fotogalerie mit ca. 200 Bildern habe ich hier zur Verfügung gestellt:
Fotoalbum 4 Trails 2012

Ihr wollt noch mehr lesen? Jens hat fleißig auf http://www.motivatedbynature.eu/ gebloggt. Dafür hatte er genug Zeit, denn die Sportskanone war auf den einzelnen Etappen teilweise um Stunden vor mir im Ziel!

2 Kommentare:

FloBru hat gesagt…

Gewaltige Sache!!! Ich stamme zwar aus den Bergen, mich haben die Anstiege aber ebenfalls fertiggemacht :-)

Heiko Thoms hat gesagt…

Wow, ich habe gerade auf Deine Webseite geguckt. Du hast Dir aber auch sehr viel Mühe mit Deinem Bericht gemacht.
Ja, ich kenne selbst auch sehr gut Trainierte Läufer, die es leider nicht durch alle 4 Etappen geschafft haben. Überhaupt ankommen und gesund bleiben, dass sollte das primäre Ziel bei so einer Veranstaltung sein.
Ich würde am Liebsten sofort wieder los laufen :-)

PS: Ich habe jetzt auch eine Bildergallerie verlinkt. Vielleicht ist da was für Dich dabei?

Läuferweisheit

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