Donnerstag, 28. Juni 2012

Salomon 4 Trails - noch 5 Tage

Beim Training auf Gran Canaria
Bis zu 150 Kilometer tranierten mein Laufpartner Jens Meyer und ich um die Strapazen der 4 Trails möglichst ohne Verletzungen (oder überhaupt) zu überstehen.
Ich nutzte den Urlaub auf Gran Canaria um Läufe mit bis ca. 50 Kilometern und 1.950 Höhenmetern zu trainieren. Ein Trainingsmarathon auf dem Rothaarsteig, Bergtraining in der Dortmunder Bittermark und Hohensyburg. Haldentraining und Treppenlauf beim 24-Stundenlauf im Stadion Rote Erde. Die Vorbereitung auf dieses Event unterscheidet sich schon sehr von meinen üblichen Marathonvorbereitungen. Das Tempo rückt in den Hintergrund. Höhenmeter und gelaufene Zeit sind die wichtigen Parameter.

Die 4 Trails - was uns erwartet:

Grobe Steckenübersicht mit Stationen (entspricht im Datail nicht der tats. Strecke)
4 Tage, etwa 160 KM, ca. 9.600 Höhenmeter rauf und wieder runter. Höchster punkt: Die Ochsenscharte mit über 2.700 Meter üNN.
3 Länder, 4 Etappen:
Garminsch->Ehrwald
Ehrwald->Imst
Imst->Landeck
Landeck->Samnaum.

Supportet werden wir bei diesem Event von 2 starken Partnern: Pearl Izumi und Omotion. Erstgenannter hat uns mit dem richtigen Schuhwerk und der perfekten Kleidung versort. Omotion unterstützt uns mit Kompressionssocken, die eine langsamerere Ermüdung der Wadenmuskulatur bei gleichzeitig schnellerer Regeneration ermöglicht.

Wir starten unter dem Label "MotivateByNature.eu". Auf der gleichnahmigen Internetseite könnt Ihr während des Laufes unsere Position per Livetracking verfolgen. Jeweils am Abend werden wir einen Kurzbericht schreiben und ein paar Bilder einstellen.

Seid dabei!

Sonntag, 17. Juni 2012

Trainingsmarathon auf dem Rothaarsteig

Wenn man von einem lieben Laufkollegen gefragt wird, ob man mit ihm 40-50 Kilometer über den Rothaarsteig läuft (Vorbereitung auf den Zugspitz-Ultramarathon in einer Woche), sagt man nicht nein. "Meine" 4Trails über die Alpen sind ja auch nur noch 3 Wochen hin, da kann ich diese Trainingskilometer mit einigen Anstiegen gut gebrauchen...
Mit dem Auto fuhr ich also mit Marc Richter nach Winterberg, von dort aus mit der Bahn zurück nach Bigge um von dort aus auf den Rothaarsteig zu stoßen und ihn zurück bis nach Winterberg zu laufen. In einem Outdoorshop wollten wir uns nach dem Weg zum Rothaarsteig erkundigen. Trotz mehrfacher Betonung, dass wir zu Fuß nach Winterberg wollten, schien diese Information bei der netten Verkäuferin nicht anzukommen und sie redete immer von "dann müsst ihr bis ... fahren und dann...". Wir bedankten uns, verabschiedeten uns entschieden uns, anderweitig die ersehnten Infos zu suchen. Ein Besuch der Infotafel am Touristeninformationszentrum half weiter. Denn von hier aus war auch gleich der Zuweg zum Rothaarsteig ausgeschildert. Und der hatte so einige Höhenmeter in sich. 41 Kilometer und ca. 1.200 Höhenmeter haben wir zurückgelegt. Dabei mussten wir feststellen, dass der Rothaarsteig nicht umsonst so beliebt ist. Eine klare Empfehlung!
Wir waren trotzdem so ziemlich allein auf den Wegen unterwegs, denn es hat die ganze Zeit, wenn auch nur leicht, geregnet. Dank Gore-Jacke und Mütze war das aber auch nicht weiter schlimm, sondern - einfach genial!  Bei diesem Wetter waren gute Trailschuhe absolute Pflicht. Es war doch ziemlich rutschig. Und hier stellte sich auch heraus, dass Trailschuh nicht gleich Trailschuh ist. Mein neuer Mizuno Wave Cabrakan machte seine Arbeit hervorragend!

An der Ruhrquelle, so etwa KM 35 unseres Laufs

Montag, 11. Juni 2012

Gran Canaria: Von Maspalomas zum Pico de las Nieves

8 Stunden - 47 KM - von 3 u. NN auf 1.949 ü. NN - einfach so und ohne Stress.

Gran Canaria Trail 2012

Zur Vorbereitung auf meinen Gran Canaria Trail, den ich im Rahmen unseres Sommerurlaubes machen wollte, klickte ich mir eine Strecke auf der Internetseite www.GPSies.com zusammen. 

Erklärtes Ziel war es, von der Küste in Maspalomas (3 Meter u. NN) bis zum höchsten Punkt auf Gran Canaria, den Pico de las Nieves (1.949 Meter ü. NN) zu laufen. Ohne jemals auf der Insel gewesen zu sein, konnte ich mir nur ein grobes Bild davon machen, was auf mich zukommen würde. Trockenheit, Hitze und steile Berge - viel Vulkangestein - so war meine grobe Vorstellung.

Als Equipment nahm ich neben den Sachen, die ich an hatte, meine GPS-Uhr (Garmin Forerunner 305), einen Trinkrucksack mit 1,5 Liter Wasserblase, diverse Energieriegel, eine Windjacke, eine Schirmmütze, Sonnenmilch, Taschentücher mein Handy und die Telefonnummer meiner Freundin, die ich auf einem separaten Zettel zusätzlich vermerkte, den ich in meinem Schuh deponierte. Sollte die Ausrüstung aus welchem Grund auch immer verloren gehen, habe ich wenigstens die Möglichkeit jemanden zu verständigen, so die Idee. Das Handy sollte gleichzeitig für Fotos und Videos herhalten. Den Job hat es auch gut gemacht.

Ich hatte auf Gran Canaria eine Woche Zeit zum akklimatisieren. Mit dem Auto fuhren wir also in die Berge, damit ich eine Vorstellung davon bekam, was mich erwarten würde. Und die Fahrt zum Pico de las Nieves war schon mit dem Auto eine Tortour. Obwohl wir zügig unterwegs waren, brauchten wir fast 1,5 Stunden bis auf den Berg. Und es ging eigentlich immer nur bergauf. "Das soll ich laufen?". Beeindruckt hat mich aber die fantastische Landschaft mit den spitzen Bergen und den tiefen Schluchten. Bis auf wenige Oasen oder den Pinienwäldern in den Höhenlagen ist die Insel sehr karg. Findet man Wege, sind diese steinig, aber halt nicht zugewachsen. Ideal für Trailrunner! Mit jedem Tag der ins Land ging, wurde ich "heißer", endlich den geplanten Lauf zu starten.

Endlich kam der Tag X. Am Montag den 21.05.2012 stand ich schon um 6:40 Uhr auf. Ab 7:00 gab es Frühstück. Ich wartete auch gar nicht erst auf die Bedienung, die mir den Kaffee brachte, sondern holte ihn mir gleich selbst - was das fleißige Personal nicht so gerne sah. Dazu 4 kleine Scheiben Baguette mit Nutella. Der Speisesaal war fast leer. Einige wenige Paare haben aber offensichtlich auch vor den Tag sinnvoll zu nutzen und beobachten mich neugierig in meinem Sportdress und mit Trinkrucksack am Frühstückstisch.

7:40 stand ich also am Leuchtturm in Maspalomas, das ruhige Meer im Nacken. Der Himmel war bedeckt, doch die Wolken bewegten sich und deuteten einen aufreißenden der Decke an.

Eigentlich war es mir egal, wie das Wetter wird. Zuviel Sonne? Vor einer Woche hatten wir hier Temperaturen von bis zu 39 Grad gehabt. Das Laufen war wirklich eine Qual. Die Temperaturen sanken dann um 10-15 Grad und der Himmel war in den letzten beiden Tagen zunehmend bedeckt. Als wir gestern noch auf dem Pico waren, waren dort nur noch 7 Grad und man konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Die Wolken hatten die Bergspitze in Besitz genommen und jagten mit eisiger Kälte, Nässe und starkem Wind hierüber. Wir stiegen nur kurz aus und gingen dann schnell zurück ins Auto um synchron mit dem Kopf zu schütteln. Es war 7 Grad "warm".

Man kann es drehen und wenden wie man will - das Wetter muss man so nehmen wie es kommt.

Mein Weg führte mich über befestigte Straßen aus der Stadt hinaus. Es folgten ein breites Flussbett, jedenfalls sah es so aus, denn tatsächlich war hier nicht ein tropfen Wasser drin. Und ich hatte mir solche Stellen als "Wasserstelle" auf meiner Karte vermerkt...
Ich lief noch eine ganze Weile weiter, bis sich vor mir eine riesige Wand auftat. Eine Staumauer. Ungläubig schaute ich, ob nicht links oder rechts ein Weg daran vorbei ging. Wie dumm von mir, denn dann würde eine Staumauer wohl kaum ihren Zweck erfüllen. Es führte zwar eine Außentreppe hoch, das Geländer war aber durchgerostet und wenn man es anpackte, flatterte es nur so herum. Die Treppen waren auch sehr schmal und mit losem Schotter bedeckt. In Kombination mit einer gehörigen Portion Höhenangst war das zuviel für mich. Nach ein paar Stufen entschied ich mich nicht weiter nach oben zu gehen. Es half nichts, ich musste umkehren.

Umkehren heißt nicht aufgeben! Ich lief ein 2,3 Kilometer zurück um auf die Straße zu kommen. "Erstmal nach Fataga" war mein Gedanke.

Ich war nun von meiner Route abgekommen, ab dem Dorf Fataga, welches ich mir als zur Sicherheit als Zwischenstopp eingebaut hatte, konnte ich wieder auf meine geplante Route Stoßen.

Insgesamt lief nicht alles ganz so rund, wie ich mir das in meinem naiven Kopf gedacht habe. An diversen Stellen musste ich improvisieren und einfach meinem Instinkt folgen. Habe ich mal einheimische nach dem Weg gefragt - da war so ein uralter netter Herr, der in seinem Garten stand - wurde ich nur wie ein außerirdischer angeguckt. Dann steckte er jedoch seinen Arm gegen den Himmel und streckte einen Finger aus. Sein Mund war zwar geöffnet, aber heraus kam nichts. Wer sieht jetzt aus wie ein Außerirdischer? E.T. lässt grüßen! Viel weiter gebracht hat mich das nicht.

Aus den geplanten 37 Kilometern wurden 47 Kilometer. Die Höhe des Ziels auf 1.949 Meter blieb natürlich unverändert ;-). Ich sammelte auf meinem Weg dorthin noch unzählige fantastische Eindrücke. Und ich habe gelernt, dass man doch besser eine Karte in gedruckter Form mit dabei haben sollte, falls die Technik versagt oder einfach nicht ausreichen sollte. Auch der Tipp mit den Taschentüchern erwies sich als Hilfreich, ohne hier näher ins Detail gehen zu wollen.

Um 17:40 Uhr war ich am Pico de las Nieves angekommen. Die Beine waren müde, von ganzheitlicher Erschöpfung konnte aber nicht die Rede sein. Im Gegenteil. Ich fühlte mich entspannt und ausgeglichen. Von Müdigkeit keine Spur. Lediglich die Waden signalisierten, dass es ihnen zunehmend anstrengender wurde. Im Nachhinein schwärmte ich sogar von einer kompletten Inselquerung.

Dieser Tag war für mich eine ganz neue Erfahrung und hat die Abenteuerlust in mir ein wenig geweckt.

Ich habe meinen Lauf als Dokumentation verfilmt. Damit man nicht die ganze Zeit mein "Gelaber" hören muss, habe ich in einigen Passagen tolle Musiktitel eingeblendet. Leider macht mir aber dies aus urheberrechtlichen Gründen unmöglich das Video zu veröffentlichen. Für Privatvorführungen bin ich bei Interesse gerne zu haben. Länge des Videos: ca. 22 Minuten.

Damit Ihr aber nicht völlig leer ausgeht, habe ich hier ein paar Bilder für Euch:

Die geplante Route - Klicken um sie bei GPSies zu sehen


Start in Maspalomas um 7:40 Uhr




Staumauer - hier war erstmal Schluss



Der Weg in den Himmel - einfach genial



ca. bei KM 43 - luftige Höhen, man muss zunehmend trittsicher sein. 

Die letzen Meter - dichter Nebel und es wird minütlich kälter



Zieleinlauf um 17:40 Uhr - Katrin wartete bereits mit dem Auto und machte das "Zielfoto"


Samstag, 2. Juni 2012

Zurück in Deutschland

Seit Anfang der Woche bin ich zurück von Gran Canaria. Rund 230 km habe ich in den zwei Wochen dort gelaufen. In den Beinen merke ich das jetzt noch. Am Wochenende mache ich nun den zweiten Teil der Laufbetreuerausbildung. Danach werde ich das Video über meinen 47 km Trailrun auf Gran Canaria fertigstellen.

Nachtrag:
Das Video ist inzwischen fertiggestellt. Nur leider habe ich urheberrechtlich geschützte Musikstücke eingebaut. Eine Veröffentlichung des Videos ist so leider nicht möglich und privaten Vorführungen vorenthalten. Ggf. mache ich später noch eine Kurzfassung mit freien Sounds...

Läuferweisheit

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