Mittwoch, 25. April 2012

Trailrunning auf Gran Canaria - Von Maspalomas zum höchsten Punkt der Insel

Für Mai habe ich einen besonderen Lauf geplant. Im Rahmen unseres Gran-Canaria Urlaubs möchte ich
von unserem Hotel in Maspalomas auf den höchten Punkt der Insel laufen, zum Pico de las Nieves. Ich weiß nicht genau, was mich dort erwarten wird. Ich war noch niemals auf Gran-Canaria. Aber genau das macht den Reiz für mich aus. Soweit ich informiert bin, muss ich mich auf steile Anstiege, stark schwankende Temperaturen, viel Wind und wenig Trainkwasser gefasst machen.

Gran Canaria

Derzeit fehlt mir noch der passende Trinkrucksack, mein jetziges Camelbag ist einfach zu klein. Außer der 1,5 Liter Trinkblase bekomme ich höchstens noch ein Handy unter. Empfehlungen für Trinkrucksäcke sind daher herzlichst willkommen. Gleiches gilt natürlich auf für Routenvorschläge und alles, was das Vorhaben sonst noch zum Erfolg führen könnte. Es handelt sich zwar "nur" um einen 40 KM Lauf mit "nur" 2000 Höhenmetern, die extremen Bedingungen möchte ich aber keinesfalls unterschätzen. Ich plane ca. 7 Stunden für den Trip ein, Fotopausen sind natürlich inbegriffen ;-) Die Stecke habe ich auf GPSies.com grob geplant und veröffentlicht:


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Nachtrag:

Schön war´s, aber anders, als erwartet. Ich habe die Story in einem eigenen Beitrag kurz zusammengefasst: Gran Canaria Trail - Bericht

Dienstag, 24. April 2012

E-Mail an Herrn Greif: Der Countdown funktioniert noch immer!

Ich habe es geschafft, mein ganz persönlicher Traum wurde wahr, ich habe die 3-Stunden-Marke am 15.04.2012 beim Vienna City Marathon geknackt. Trainiert habe ich mit dem "Countdown zur Bestzeit", dem 8-Wochenplan von Peter Greif, der mir in den letzten 8 Wochen vor dem Marathon den nötigen Schliff verliehen hat. Der Plan kann kostenlos bei http://www.greif.de/ herunter geladen werden. Ich bedankte mich hierbei bei Herrn Greif mit einer E-Mail, deren Inhalt ich euch nicht vorenthalten möchte:



Liebes Team von Greif.de, sehr geehrter Herr Greif!
Als ich vor einigen Jahren das erste Mal den "Countdown zur Bestzeit", erhältlich bei www.greif.de in den Händen hielt, dachte ich mir "so ein verrückter". Der Countdown verschwand schnell wieder in der Schublade. Klar, war ich doch noch ein relativ unerfahrener Läufer und langsam (Marathon in 4 Stunden) dazu.
Seit Oktober 2010 bin ich Mitglied beim LT Bittermark Dortmund www.lt-bittermark.de Dort gab es eine Hand voll Läufer, die in der Lage waren, den Marathon unter 3 Stunden zu laufen. Bis dahin lag meine Marathonbestzeit schon bei 3 Std. und 7 Minuten! Aber mir gingen die Trainingsideen aus und der Runners-World-Plan, der bis hierhin gut funktionierte, verpasste mir nicht den letzten Schliff.
Auffallend war nun, dass die Spitzenläufer in unserem Verein allesamt auf den Countdown schwörten. Nach langem Zögern nahm ich ihn erneut in die Hand und las ihn. Erstaunlich war, dass es jetzt Klick machte. Ich habe in den vergangenen Jahren viel gelernt. Ich bin diesen Monat meinen 29. Marathon gelaufen, habe viel gelesen, Seminare besucht und inzwischen auch die Laufbetreuer-Ausbildung vom FLVW genossen. Besonders interessant war ein Seminar beim ehemaligen Bundestrainer Lothar Pöhlitz, der die Trainingsmethoden der Kader-Athleten im Mittel- und Langsteckenlauf vorstellte. Jetzt endlich konnte ich den Countdown nicht nur lesen, sondern auch verstehen. In den Zeilen zwischen den Trainingseinheiten ist soviel Wissen verpackt, dass ich ihn immer und immer wieder lese. Die gesamte Methodik des Langsteckenlaufs auf so wenigen Seiten!
Kurz und knapp: Ich habe mich dem Countdown hingegeben, weil endlich die 3-Stunden-Marke fallen sollte. Am 15.04.2012 wurde dies, mein ganz persönlicher Traum, wahr. 2:57:06 lautet nun meine neue persönliche Bestzeit. Trainiert habe ich auf eine glatte 2:58:00. 2 Minuten Puffer wollte ich mir geben.
Herr Greif, Sie hatten mit allem Recht, leider auch mit den von Ihnen so schön beschriebenen Schmerzen. Der Schmerz ist schon vergangen. Der Stolz wird noch lange halten!
Meine Vorbereitung, meine Verletzungspause, meine Bedenken, meinen Triumph können Sie gerne auf meinem Blog www.heikoslaufblog.blogspot.com nachvollziehen.
Sportliche Grüße!
Ihr
Heiko Thoms 
 

Mein erster Trailrun: Auszug aus meinem Tourenbericht unserer Motorradtour im Juni 2007

Ich denke gerne an meine ersten Erfahrungen mit dem "Trail-Running" zurück. Ich war damals schon ganz fleißig am Laufen und im Jahr 2007 fing ich an meinen Sport neu zu entdecken und wurde richtig süchtig nach mehr!

Auszug aus meinem Tourenbericht unserer Motorradtour im Juni 2007:

Tag 4 (Mi, d. 19.06.2007)
...
Am Abend kündige ich an, dass ich am kommenden Morgen um vier Uhr aufstehen und den Berg rauf zur Galmihornhütte laufen möchte. Den Tipp habe ich mir vom Wirt geholt. Allerdings hatte dieser den Ausflug als Tagesziel bezeichnet und war sichtlich verwirrt, als ich ihm erklärte, dass ich den Weg laufender Weise zurücklegen möchte und beabsichtige um 7 Uhr wieder zurück zu sein, denn um 9 Uhr wollten wir schon wieder abreisen. Auch meine Motorrad-Freunde erklärten mich spätestens jetzt für übergeschnappt. Macht nichts, halb zehn ins Bett! Ich muss früh aufstehen!

Tag 5 (Mi, d. 20.06.2007)

Galmihornhütte, Diana -> Furkapass -> Klausenpass -> Bludenz (Österreich)

Unbekanntes Terrain bringt immer zwei Sachen mit sich: 1. Man findet keine interessanten Laufstrecken oder 2. man verläuft sich. Verlaufen habe ich mich bis jetzt zum Glück noch nicht, jedenfalls nicht wesentlich. Allerdings gestaltete sich der heutige Ausflug nun doch als etwas komplizierter.
3.50 Uhr geht mein Wecker. Ich bin erstaunlich ausgeschlafen. Raus aus dem Bett, die Fenster aufgerissen und... Mist, ganz schön Dunkel! Konnte mir denn gestern keiner sagen, dass es um vier Uhr früh so dunkel ist? Hinlegen, Aufstehen, Hinlegen, Aufstehen... Ich bin unschlüssig. Was soll ich tun? Ich ziehe das Ding durch! 4.20 Uhr bin ich draußen. Ich kürze an dieser Stelle einfach mal ab. Es ist nicht einfach, den Einstieg in den Berg zu finden. Pünktlich um 6 Uhr bin ich dann aber auf der Hütte. Die Sonne geht auf. Herrlicher Ausblick! Der Rückweg gestaltet sich wesentlich einfacher. Wie geplant bin ich um kurz vor sieben wieder zurück. Noch schnell duschen, dann zur Post. Meine Freundin soll noch eine Postkarte bekommen (die übrigens bis Heute, eine Woche später, noch nicht angekommen ist).


Trailrunning: Zur Galmihornhütte um 4 Uhr morgens. Ich muss verrückt sein!

Ich bin der Erste beim Frühstück. Die Anderen trudeln nach und nach ein. Ungläubig fragen sie mich, ob ich denn meine Tour durchgezogen hätte. "Ja, natürlich" sage ich zufrieden und zeige stolz die von mir gemachten Fotos von der Hütte und der Aussicht. Staunen und Anerkennung in den Gesichtern. Vielleicht hat sich der Eine oder Andere aber auch nur gedacht, ich hätte eine Schraube locker. Auch Kommentare wie "Komm, Du hast den Kalender abfotografiert", sorgten für Erheiterung und ein noch breiteres Grinsen in meinem Gesicht.


Den ganzen Bericht findet ihr auf meinem Blog "Let´s go ride a motor bike"

Donnerstag, 19. April 2012

GORE-TEX Active Test Academy 21.-24.04.2012

Foto: www.pureoutdoor.de

Am vergangenen Freitag erreichte mich eine Einladungs-Email zur  GORE-TEXT Active Test Academy nach Oberhof (Thürigen). Ich war gerade in Wien und bereitete mich mental auf den Vienna City Marathon vor, der an diesem Wochenende war.
Selbstverständlich war ich berührt, dass ich wegen meiner Liebe zu Outdooraktivitäten, insbesondere dem Laufen, und meiner Freude am Bloggen ausgesucht wurde, so stand es in der Mail. Und Menschen für meinen Sport zu begeistern ist ja auch genau das, was ich mit meinem Blog erreichen möchte.
Ich bin mal gespannt, was mich in der Zeit von Samstag, den 21.04.2012 bis Montag, den 23.04.2012 erwartet. Ein grobes Programm liegt mir bereits vor. Geplant sind Trailläufe, Mountainbike, Ski-Langlauf und ein Biathlon-Wettkamf. Als Highlight ist wohl auch die Fahrt in einem Gäste-Bob vorgesehen (geht das denn zu dieser Jahreszeit überhaupt noch?).
Natürlich bekomme ich auch die Gelegenheit eine Vielzahl an GORE-TEX Produkten zu testen. Ich werde berichten :-)

Nachtrag vom 23.04.2012:
Ich bin zurück von dem Test-Wochenende. Mein Fazit: Die Gore-Tex Active ® Jacken und Hosen haben einen erstklassigen Job gemacht, sehen gut aus, haben aber natürlich auch ihren Preis. Insgesamt wurde ich nicht enttäuscht und habe mir gleich eine Jacke und eine Hose bestellt. Ich kann es kaum erwarten die Sachen im Echt-Einsatz zu testen, zum Beispiel in 4 Wochen bei meinem geplanten Trail-Lauf auf Gran-Canaria, wo ich versuche von unserem Hotel in Maspalomas auf den höchten Punkt der Insel zu laufen, zum Pico de las Nieves.

Nachtrag vom 25.04.2012:
Nun habe ich auch ein paar Bilder bekommen. Vielen Dank hierfür an Florian (http://www.dirty-pages.de/), Gerd (http://www.diro-online.com/wordpress/) und David (http://www.pureoutdoor.de/).
Das Programm war in der Tat recht straff. Aber so mag ich es halt. Aktivurlaub mit viel Abwechslung.


Tag 1: Am ersten Tag (Freitag) haben wir uns um 17 Uhr zu einer kurzen Produktschulung zusammengefunden. Habt Ihr gewusst, dass die Firma W.L.Gore & Associates GmbH mit der Ummantelung von Kabeln begonnen hat? Tatsächlich erzielt das Unternehmen heute den größten Teil des Umsatzes in der Medizin, z. B. für künstliche Adern. Aber auch in der Raumfahrt werden GORE-Produkte geschätzt. Der Otto-Normalverbraucher kennt dagegen wohl nur die Kleidungsstücke mit dem Gore-Tex ® Zeichen.

Foto:  W.L.Gore & Associates GmbH http://www.gore-tex.de/


Interessant war zu erfahren, dass die Firma  W.L.Gore & Associates GmbH lediglich Laminate herstellt, welche durch die verschiedenen Hersteller (Adidas, Mammut, Haglöfs u. a.) zu Jacken und Hosen verarbeitet werden. Hierbei bekommen die Hersteller strenge Auflagen, so darf eine GORE-ACTIVE-Shell ® Jacke nicht mehr als 400 Gramm wiegen, denn schließlich sollen nur extrem leichte Jacken in den Handel gelangen, wenn sie ein GORE-Zeichen tragen. Erfüllen die Hersteller dieses oder andere Kriterien nicht, werden sie nicht mit den Stoffen (Laminaten) beliefert.
Nach der Schulung durften wir uns aus dem reichhaltigen Kleidungsangebot zwei Jacke und eine Hose zum Test aussuchen. In den kommenden beiden Tagen sollten die Sachen einem möglichst realistischem Praxistest unterzogen werden.
Das wir in einem erstklassigen Hotel mit gutem Service und super Essen untergebracht waren, brauche ich nicht extra zu erwähnen? http://www.berghotel-oberhof.de/.

Tag 2:
6:45 Uhr ging der Wecker. Ich will früh aufstehen, damit ich mir beim Frühstück Zeit lassen kann. Um 8:30 Uhr soll es schon in die Skihalle Oberhof zu einem 2-stündigen Ski-Langlaufkurs gehen. Unter der dünnen GORE-TEX ® Kleidung trug ich nur ein Löffler-Unterhemd und eine Unterhose. Trotz  minus 4 Grad in der Halle habe ich nicht gefroren. Wir haben uns schließlich bewegt. anschließend ein Trailrun zurück zum Hotel.
Gerd hatte offensichtlich die gleiche Idee und saß bereits bei einer Tasse Kaffe im Speisesaal.
Ski-Langlauf... das was ein Spaß! Ich habe fest vor diese Sportart im nächsten Winter auszuüben. Dann ärgere ich mich nicht mehr über viel Schnee und fehlende Trainingskilometer, dann werden die Skier untergeschnallt!
Foto: dirty-pages.de

Nach einer ausgedehnten Mittagspause fuhren wir erneut zur Skihalle um einen kleinen Biathlon-Wettkampf zu veranstalten. Für mich und mein Team (erst Einzellwettkamf, dann Staffel), war der Biathlon wenig erfolgreich. Wir standen aber auch alle drei zum ersten Mal auf Langlauf-Ski, das ging also in Ordnung. Die Siegerehrung wurde übrigens von niemand geringeres als Katrin Apel durchgeführt :-). Die erfolgreiche Ex-Profi Triathletin kam dabei sehr natürlich und sympathisch rüber. Daumen hoch! Ein gemeinsames Abendessen in der Skihalle beendete den Abend gegen 22 Uhr.


Tag 3:
Wieder 6:45 Uhr, wieder will ich früh zum Frühstück, wieder saß Gerd bereits und trank Kaffee. Hat der Arme Schlafstörungen? Scherz beiseite, wir hatten so die Gelegenheit uns unter vier Augen zu unterhalten und besser kennenzulernen. Auch nicht schlecht, oder?
Fotos: Dirty-Pages.de; pureoutdoor.de
Um 9:00 Uhr fuhren wir mit Mountainbikes los und bekamen die Umgebung gezeigt. Nach 20 Kilometern hielten wir für eine Kletterpause. 1000 Meter Tower Action hieß es. Auf der Spitze des Turms angekommen soll man 1000 Meter über n.N. sein. Ich schaffte es leider nicht ganz bis nach Oben. Meine Höhenangst zwang mich die Kletterpartie vorzeitig zu beenden. Stolz bin ich trotzdem auf mich, ich hätte vorher gewettet, ich schaffe es nur 3 Meter hoch, so waren es vielleicht 6 Meter. Der Wind pfiff kalt und wahnsinnig stark hier oben. Kalt wurde mir aber nur an den Fingern und den Füßen. Die GORE-Kleidung hielt erstaunlich gut den Wind ab.


Ausgerechnet die liebe Lisa machte es mir vor wie es geht. Unbeirrt kletterte sie bis nach oben und schien zu keiner Zeit die Kontrolle zu verlieren. Respekt!
Nach einem ausgedehnten Mittagessen fuhren wir zurück zum Hotel, gaben die schönen Sachen wieder zurück und bedankten uns bei unserem Team für die tollen Tage, die wir hier verbringen durften. Das war wirklich ein Highlight!







Dienstag, 17. April 2012

Wien Marathon 2012 - I did it :-)



Welcher Hobbyläufer träumt denn nicht, sofern er Marathonambitionen hat, von einer Zeit unter 3 Stunden? Für mich wurde am 15.04.2012 dieser Traum wahr.



Bei idealen Wetterbedingungen mit Temperaturen um die 10 Grad und bewölkt, aber meist trocken, startete der 29. Vienna City Marathon pünktlich um 9 Uhr. Über 8.600 Läuferinnen und Läufer wagten sich auf die Gesamtstrecke, noch viel mehr liefen den Halbmarathon oder den Staffelmarathon, so dass insgesamt über 36.000 Athleten das Pflaster von Wien betraten.

Als besonderes Highlight wurde das Thema "Catch me if you can" vom letzten Jahr neu aufgesetzt. Lauf-Legende Haile Gebrselassie startete auf der Halbmarathondistanz etwa 8 Minuten nach der amtierenden Marathon-Weldrekordlerin Paula Radcliffe und versuchte vor ihr im Ziel zu sein - was ihm mit einer Zielzeit von nur 60 Minuten gelang.
Paula Radcliffe, hier noch vor Haile Gebrselassie...


... der ihr aber schon dicht auf den Spuren war. Ein spannendes Rennen

Für mich persönlich ging es bei diesem Lauf um eine ganze Menge. Ich habe seit etwa einem Jahr die 3 Stundenmarke ins Visier genommen. Bei meinem ersten Versuch beim Münster Marathon im September 2011 scheiterte ich jedoch. Ich gab mich der Erschöpfung hin und brach das bis Kilometer 25 planmäßig hohe Tempo ab. Den Lauf habe ich mit schweren Beinen nach 3 Stunden und 7 Minuten beendet.

Am vergangenen Sonntag sollte alles anders werden. Das Training wurde in diesem Jahr abermals verschärft. Bis zu 125 Wochenkilometer wurden gelaufen. Die Intervalle wurden bis zur Schmerzgrenze durchgezogen. Bis auf eine einwöchige Verletzungspause lies ich in den letzten 12 Wochen kein einziges Training ausfallen. Jede Trainingseinheit, erschien sie mir auch noch so hart, wurde durchgezogen. Mit Erfolg.

Nein, der Lauf war nicht leicht. Ich habe ihn auch nicht genossen. Schon bei KM 10 war mir klar, das Tempo wird nicht leicht zu halten sein. Und dabei habe ich mich auf den ersten 15 Kilometern erst noch zurückgehalten um den Stoffwechsel optimal anlaufen zu lassen. Erst dann, ab Kilometer 15, sollte es richtig zur Sache gehen. Und so sollte es auch sein. Erstaunlicherweise war es ohne (noch) größere Anstrengung möglich, ab KM 15 ein höheres Tempo zu laufen. Zwischen KM 21und 22 riskierte ich einen Blick auf meine Uhr um festzustellen, dass ich scheinbar etwa eine Minute zu langsam war. Allerdings habe ich die Halbmarathon-Markierung nicht gesehen, so dass ich der Meinung war, ich hätte den Halbmarathon in 1:31:30 Std. vollendet. Es sollte also spannend werden.

Es galt wertvolle Sekunden je KM gut zu machen. Mit jedem fortschreitenden Kilometer vielen mir die Schritte immer schwerer. Ab KM 38 wollten die Beine, sie taten schon lange weh, nicht mehr so richtig reagieren. Ich war auf. Jeder Schritt schmerzte und ich überlegte ernsthaft auszusteigen.
Jetzt kommt der Moment, wofür ich meinen Freunden und Kritikern dankbar bin. Die Einen gaben mir Mut, wenn ich am zweifeln war, das Ziel zu erreichen, Die Anderen, die Skeptiker, waren dafür gut, ein "Feindbild" abzugeben. Da war also Jemand, dem ich es zeigen wollte. Die ganze Arbeit, die vielen Entbehrungen, die Schmerzen. Alles umsonst? Das alles sollte ich in dem Moment über den Haufen werfen, in dem ich das Tempo abreißen lasse? "Nein! Es ist möglich! Du willst es unbedingt, was danach kommt, ist absolut egal!", animierte ich mich. Mein Gefühlskarussel und das Pochen, Stechen und Zerren in den Beinen musste einfach überwunden werden, wenn nicht alles umsonst gewesen sein sollte. Aufgeben kam also nicht in Frage.

Geholfen hat mir auch die mentale Vorbereitung auf den "Wett-Kampf". Ich habe mir in den Tagen vorher die Szenen vorgestellt, an denen es wehtut. Ich habe mir vorgestellt, dem Schmerz zu trotzen, das Ziel vor Augen zu haben. Ich habe mir immer wieder die Bilder durch den Kopf gehen lassen, wie ich konzentriert einen sauberen Laufstil durchhalte, gerade in den schweren letzten Kilometern. Ich habe mir vorgestellt, wie stolz ich auf mich bin, wenn ich das hier durchstehe. Ich habe trainiert, alles um mich herum auszublenden und keine Schmerzen zu fühlen. Also auch der Kopf war fit.

Das Ergebnis kennt Ihr ja, 2:57:06. Die zweite Hälfte bin ich sogar schneller gelaufen, als die Erste. So schnell, dass ich meine persönliche Halbmarathonbestzeit gelaufen bin. Wohlgemerkt: in der zweiten Marathonhälfte :-). Ich kann zwar heute, zwei Tage nach dem Lauf, noch immer kaum die Treppen runter gehen... Der Schmerz wird in weiteren 2 Tagen vergessen sein. Der Stolz bleibt aber.



Mit meiner Garmin Forerunner 305 GPS-Uhr aufgezeichneten Werte:
Die Split-Zeiten weichen geringfügig von den offiziellen Messungen ab. Das liegt zum Einen an einer geringen Ungenauigkeit der GPS-Technik, zum Anderen an dem ständigen Ausweichen wegen der vielen Hundert Läufer, die sich unzulässiger Weise in den roten Startblock (Läufer unter 3 Stunden) einsortiert haben. Und die waren teilweise extrem langsam, was mich sehr geärgert hat.




Pasta-Party im Wiener Rathaus - vor dem Lauf
Die Treppen am Tag danach. Warum ist denn nie ein Fahrstuhl da, wenn man ihn braucht?




Feierlaune nach dem Lauf


Samstag, 7. April 2012

Wien Marathon 2012 - noch eine Woche

So, lieber Herr Greif... Ich hoffe, Sie haben recht. Einen 35er eine Woche vor dem Marathon, dann Montag und Mittwoch in der Marathonwoche noch Intervalle im "nur" Marathontempo. Ich bin ja mal gespannt.


Wenn alles gut läuft, sollte am nächsten Sonntag eine 2:58:00 stehen. Letztes Jahr waren es 3:04... Dieses mal hatte ich bessere Eingangsvorraussetzungen in das Training. Allerdings musste das Training für eine Woche unterbrochen werden und eine weitere Woche nur langsam gelaufen werden, wegen Patellaspitzensyndrom. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass mir die Erholung schadete. Zumal zwei harte Trainingswochen folgten. Die Zeitvorgaben und Gesamtkilometer passten ansonsten. Also wehe Herr Greif ;-)

Sonntag, 1. April 2012

Wien Marathon 2012 - noch 2 Wochen

Es ist Sonntag morgen um 5:45 Uhr. Der Wecker rüttelt mich unzart aus dem Schlaf. Um 6:50 Uhr bin ich mit Josh verabredet. 15-20 KM lockeres auslaufen ist angesagt, bevor seine Frau und seine Kinder aufstehen. Denn um 9 Uhr will Silke, Josh Frau, selber beim LT Wischlingen laufen. Da gilt es sich zu organisieren.
Reicht es nicht, dass ich mich gestern schon um 6:15 Uhr aus dem Bett quälen musste, damit ich um 8:30 in Schwerte sein konnte um dort mit meinem Verein den obligatorischen 35 KM Lauf zu absolvieren?

Die Strapazen der letzten Wochen scheinen vorbei zu sein. Die Diagnose Patellaspitzensyndrom warf mich 5 Wochen vor dem Marathon doch arg zurück. Aber ich hatte bereits im Vorfeld gut trainiert und diese Woche zeigte, dass meine Form noch die alte ist. Der Plan bleibt also bei einer Zielzeit von 2:58:00. Wenn es dann 2:59:59 werden sollten - auch ok. Hauptsache die 3 ist weg, wofür ich hart trainiert habe.


Läuferweisheit

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