Montag, 19. Mai 2008

5. Karstadt Ruhr-Marathon am 18.05.2008

Das Ruhrgebiet rockt!

Ein Laufbericht von Heiko Thoms

Samstag, der Tag vor dem Lauf

(Heiko mit Lauffreund Thomas)

Ich fahre ich am Nachmittag von Dortmund nach Essen um meine Startunterlagen von der Sportmesse in den Gruga-Hallen abzuholen.

Hier treffe ich mich auch mit Ulf und seinen Lauffreunden aus dem Oldenburger Raum. Wir haben uns irgendwann mal kennengelernt. Es müsste der Münster-Marahton im September letzten Jahres gewesen sein. Seit dem trifft man sich immer wieder, denn Ulf ist wie ich ein "Vielstarter". Seine Fazination für´s Laufen kennt keine Grenzen. Inzwischen läuft er schon nicht mehr für sich alleine, sondern hat einen stattlichen Lauftreff gegründet, den er wirklich gut betreut (www.laufendfit.eu). Leider bleibt ihm da wenig Zeit für gezieltes, auf ihn selbst zugeschnittenes Marathontraining. Seine Leistungssteigerungen hat er hauptsächlich dem großen Laufumfang zu verdanken, während ich etwas weniger laufe, dafür aber mehr Tempo-Einheiten einlege.

Da am Veranstaltungstag keine Kleiderbeutelabgabe möglich ist, erledigt man das ebenfalls auf der Messe.

Ich habe schon viele Sportmessen gesehen. Die in Essen ist aber bei weitem die größte und schönste. Echte Schnäppchen lassen sich hier schlagen. Reduzierungen um 30-50% sind an der Tagesordnung und das Angebot ist groß.

Nach der Messe gehe ich mit Ulf und seinen Lauffreunden zum Italiener Pasta essen. 15 Personen am Marathon-Vortag. Da ist eine Reservierung notwendig. Danke Ulf, dass Du das alles so toll geregelt hast!

Sonntag - let´s get ready to run!

Am Veranstaltungstag zeigen sich den etwa 20.000 Athleten Ideale Bedingungen. Nachdem die Woche vorher noch zum braten in der Sonne eingeladen hatte, zeigt das Quecksilber heute gerade einmal 8-16 Grad an - bei bewölktem Himmel. Die Zuschauer müssen sich warm anziehen, uns freut es.

20.000 Teilnehmer, diese Zahl klingt viel. Damit steht der Karstadt Marathon als einer der größten Marathonveranstaltungen in Deutschland dar. Tatsächlich setzt sich diese Zahl aber aus Teilnehmer der verschiedenen Sportarten und Distanzen zusammen (Inliner, Walker, Rollstuhl usw.). Ferner verteilten sich diese wiederum auf die 2 Startpunkte Dortmund und Oberhausen. Diese Besonderheit, die Karstadt als "Twin-Marathon" bezeichnet, ist weltweit einmalig und in Dortmund bereits das 3. Mal durchgeführt worden. Da sich die Streckenprofile unterscheiden, werden beide Veranstaltungen tatsächlich auch unterschiedlich gewertet.

Die Organisation war wie gewohnt gut. Essen und Getränke gab es ausreichend auf der Strecke, alle 2,5 Kilometer.

Leider war die Auswahl an Getränken und Speisen etwas dürftig. So gab es meist nur Wasser und Bananen. Ich hätte mir als weitere Auswahl Iso und Cola und Power-Bar Gels gewünscht. Die knappe Auswahl ist allerdings keine Karstadt-Besonderheit. Bei den Meisten Marathons bietet sich ebenfalls kein breiteres Angebot. Leider. Ich stelle mich darauf ein und habe traditionell zwei Päckchen Power-Bar Gels dabei, die ich mir bei Kilometer 22 und 32 einwerfe. Bei Kilometer 10 tut es auch eine halbe Banane.

Die Zuschauer waren einsame Spitze. Sie jubelten und klatschten. Einfach Klasse! Das besondere Feeling ist natürlich der lange Lauf durch das Ruhrgebiet. Auch ein "Fremder" wird schnell merken, dass die Menschen im Ruhrgebiet ein ganz eigener Haufen sind - und sich von Stadt zu Stadt unterscheiden. So wurde ich zum Beispiel in Herne wegen meines Outfits (gelbes Finisher Shirt vom Mallorca Marahon 2007 und schwarze Hose) ausgebuht. Das wären die falschen Farben. Oh, feindliches Gebiet. Dabei hatte ich mir gar nichts bei der Farbauswahl gedacht. Viva Borussia Dortmund!

Das gemeine am Karstadt-Marathon sind die vielen langgezogenen Steigungen ab Kilometer 30. Hier gehen wertvolle Minuten verloren. <<Kennst Du die Strecke? Hört das gleich wieder auf?>> fragt mich ein besorgter Mitstreiter. Mit der realistischen Antwort <<Ja, ich kenne die Strecke. Ich laufe sie heute zum 4. Mal. Schon Dich lieber, wenn Du nciht mehr kannst. Das geht jetzt bis zum Schluss so.>> habe ich ihn dann schnell, aber ehrlich, auf den Boden der Tatsachen gebracht.

Macht nichts! Da muss man durch. Hat man es geschafft, wird man auf den letzten 1000 Metern durch ein tösendes Publikum belohnt. Die Gasse wird immer enger, dafür die Zuschauer mehr. Sie Klatschen, sie pfeifen, sie rufen Deinen Namen. Es ist GEEEIILLL! Du wirst einfach ins Ziel getragen.

Ich mache neuerdings gerne Faxen, wen ich ins Ziel laufe. Bei den letzten beiden Male habe ich eine Rolle Vorwärts über die Ziellinie gemacht. Dieses mal bin ich die letzten 50 Meter rückwärts "gesprintet". Die Leute fanden es riesig und haben getobt. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch noch wusste: Ich war als 190er eingelaufen. Verdammt weit vorne für einen, der im letzten Jahr so gerade die 4 Stunden geknackt hat:-)

Im Ziel traf ich noch einen alten Bekannten. Thomas vom 100 MC, den "100 Marathon Club Deutschland". Er war heute seine Jahresbestzeit gelaufen 3:29:??. Es war sein 14! Marathon DIESES Jahr. Verrückt die Jungs vom 100 MC ;-)

Im Ziel unterhält man sich mit anderen Läufern, trinkt etwas und begibt sich dann idealerweise erst zu den Massagen, dann zum Duschen. Irgendwo dazwischen sollte man natürlich noch seinen Kleiderbeutel abholen. Eine Premiere gab es bei den Duschen - sie waren WARM! Jetzt nicht heiß oder so, aber eben warm. Das habe ich bis heute noch nie erlebt. Mir kam das sehr gelegen, denn ich war inzwischen total ausgekühlt und am ganzen Körper am Zittern.

Nach dem Lauf noch schnell ein Blansenpflaster auf eine Blutblase geklebt, damit die frischen Socken nicht versaut werden. Die anderen Blasen verartzte ich nicht. Nach meinen vielen Läufen bin ich an den Füßen längst nicht mehr so schmerzempfindlich.

Soforturkunden gab es dieses Jahr nicht. Die Urkunden werden zugeschickt.

Zahlen und Fakten:

Start Dortmund (angekommen im Marathon-Ziel in Essen):

Männer: 1.452

Frauen: 312

Sieger: Henry Cherono, M 30 (Ken): 2:11:08

Siegerin: Sonja Opel, W 30 (DEU): 3:03:55

Ich: Heiko Thoms, M 30 (DEU) 3:27:03, Startnummer 2486, Platz 190 (AK Platz 18)

Start Oberhausen (angekommen im Marathon-Ziel in Essen):

Männer: 603

Frauen: 109

Sieger: Charles Omowoyo M 40, (KEN): 2:40:39

Siegerin: Mary Ptikany, W 30 (KEN): 2:26:09

Alle Ergebniss erhalten Sie über die Homepage des Veranstalters: http://www.karstadt-marathon.eu/

Läuferweisheit

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